Brunnenstraße 141, „Merisier“: Die Aura des Gründens

Brunnenstraße 141, „Merisier“: Die Aura des Gründens

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Anna Bojic und Marc Lampe entwickelten „Merisier“ - einen Präsente-Service für gehobene Ansprüche.

Auf dem Mauerstreifen tüfteln einige der innovativsten Start-up-Unternehmer Berlins. Ein Paar will hier das Schenken auf ein neues Niveau heben.

Es sind keine fünfzig Schritte von der Mauer-Gedenkstätte Bernauer Straße, bis man vor dem leicht abgeschabten Altbau steht. Einmal klingeln, durch die Toreinfahrt in den Innenhof und dann gleich links abbiegen in die Remise. Eine DHL-Mitarbeiterin holt an der Tür gerade Pakete ab, Marc Lampe wuchtet schnell noch einen ganzen Turm von Sendungen über die Türschwelle. Dann bittet er den Besuch hinein.

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Von hier aus steuert er mit seiner Freundin Anna Bojic „Merisier“, einen Präsente-Service für den nicht durchschnittlichen Schenker. Die beiden haben ein gemeinsames Ziel: Schöner schenken! Die Räume im Erdgeschoss bergen Küche, improvisierte Schreibtische, einen Schneidetisch und ein kleines Lager. Ab und an huscht ein Mitarbeiter aus den Büros im ersten Stock vorbei. Ein Gespräch über den Berliner Gründergeist.

Warum macht ihr, was ihr macht?

Marc: Ich habe mehrere Jahre für die Deutsche Bank in Luxemburg im Investment-Banking gearbeitet, danach dann in Berlin für eine Crowdsourcing-Agentur. Und immer gab es dasselbe Problem: Was kann man seinen Kunden als Geschenk mitbringen? Wo bekomme ich eine niveauvolle, passende Aufmerksamkeit? Nirgendwo.

Anna: Ich habe Kunst studiert, unter anderem in den USA, und im Laufe der Jahre sammelt man so viele Kontakte.  Die zu halten und zu pflegen ist eine komplexe Sache. Klar, Facebook hilft, aber ich hatte zu so vielen Anlässen eine Sehnsucht nach stilvollen, persönlichen Geschenken. Die wurde nie so richtig gestillt.

Marc: Wenn man sich durch die die Angebote der üblichen Werbemittel-Anbieter klickt, kriegt man nur den üblichen Kugelschreiber-Schlüsselanhänger-Plastikmist. Das konnte es nicht sein.

Geschichten entlang des Grenzstreifens Wo die Mauer blüht

Am 9. November jährt sich der Fall der Berliner Mauer zum 25. Mal. Gelegenheit, Geschichten zu erzählen die heute genau dort passieren, wo einst die Mauer Berlin teilte.

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So kam der Impuls, es als Gründer zu versuchen. Was passierte dann?

Marc: Im September 2011 haben wir uns gesagt: Jetzt entwickeln wir einfach selbst das Produkt und die Dienstleistung genauso so, wie wir sie gerne kaufen würden.

Anna: Im November waren wir mit der Seite online. Das Wasser sah ziemlich kalt aus, aber wir sind gesprungen.

Ihr habt in Kreuzberg angefangen, heute arbeitet ihr hier in der Factory, dem von Google finanzierten Gründercampus. Startups wie 6wunderkinder oder Soundcloud sitzen gleich um die Ecke. Warum hier? Warum überhaupt Berlin?

Marc: Uns haben hier schon wichtige Kunden besucht, die überhaupt nicht darauf klar kommen, dass sie vom Hof quasi einen Stein an die Mauer werfen können. Und dass wir zur Factory gehören, hat extrem viele Vorteile: Die Vernetzung untereinander ist super, alle haben hier eine ähnliche Denke, stoßen an ähnliche Probleme. Wir kommen hier schneller weiter, als wir es irgendwo anders kämen.

Anna: Hier ist einfach alles in Bewegung, nichts ist zementiert. Wenn wir von unserer Remise aus über die alte Mauergrenze gehen, tauschen wir das Gründer-Mitte nach wenigen Metern gegen den rauen Wedding. Diese Brüche sind einmalig.

Marc: Als in Luxemburg gearbeitet habe, passierte nichts. Hier geht alles. Außerdem: Wir kommen ja beide aus Berlin und sind im Westen aufgewachsen. Meine Familie und ich haben dreihundert Meter von der Grenze zu Kleinmachnow gewohnt. Ich habe manchmal nachts die Schüsse der Grenzer gehört.

Anna: Unsere Geschenke leben von den individuellen Produkten, die wir arrangieren. Hier in Berlin gibt es einfach mittlerweile viele tolle Manufakturen, die das herstellen, was wir suchen.

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Wie finanziert ihr Euch? Wie soll es weitergehen?

Marc: Wir haben am Anfang unser Erspartes in „Merisier“ gesteckt, außerdem hatten wir einen Bankkredit. Bis heute kommen wir ohne Investor aus.

Anna: Ein Investor bringt mehr finanzielle Möglichkeiten, aber  er nimmt Dir auch Freiheiten. Das wollen wir nicht. Mein Traum ist, dass wir auch ohne fremde Hilfe die Marke für gutes Schenken werden.

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