Mehr Arbeitslose: Der Winter schlägt zu

KommentarMehr Arbeitslose: Der Winter schlägt zu

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WirtschaftsWoche-Redakteur Bert Losse

von Bert Losse

Die Zahl der Arbeitslosen steigt - und alle freuen sich. Wie kann das sein? Ein Kommentar von Bert Losse.

Rainer Brüderle ist zufrieden. „Der Beschäftigungsaufschwung macht offensichtlich keine Winterpause“, gab der Bundeswirtschaftsminister zu Protokoll, kurz nachdem die Bundesagentur für Arbeit (BA) heute die neuesten Arbeitsmarktdaten präsentiert hatte. Brüderle: „Der Arbeitsmarkt schüttelt sich langsam, aber sicher die Kälte aus den Knochen. Die aktuellen Zahlen sind für die nächsten Monate sehr ermutigend.“

Zumindest der erste Satz davon ist Unfug. Denn natürlich hat der Beschäftigungsaufschwung eine ordentliche Winterpause eingelegt. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Januar um 331.000 gegenüber Dezember gestiegen; sie liegt nun bei 3,347 Millionen. Die Zahl der Erwerbstätigen sank um 172.000 auf 40,92 Millionen. Und das liegt fast ausschließlich an Wetter und Jahreszeit. Die Bauwirtschaft etwa kann bei Frost und Schnee nicht oder nur eingeschränkt arbeiten. Hinzu kommt, dass die wirtschaftliche Aktivität im Winter generell nachlässt, Mitarbeiter zum Jahresende vermehrt gekündigt und Einstellungen aufgeschoben werden.

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Recht hat Brüderle gleichwohl mit dem Hinweis, dass der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt generell intakt bleibt. Die Statistiker der BA führen bei den Arbeitslosenzahlen eine komplizierte „Saisonbereinigung“ durch, mit der wetterbedingte Sondereffekte herausgerechnet werden. Und da sehen die Zahlen plötzlich so aus: Saisonbereinigt hatten wir im Januar 13.000 Arbeitslose weniger und 34.000 Erwerbstätige mehr.

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