Mehr Rechte für Leiharbeiter: Zeitarbeitsbranche soll draufzahlen

31. Januar 2012
Die IG Metall will mehr Rechte für Leiharbeiter Quelle: dpaBild vergrößern
Die IG Metall will mehr Rechte für Leiharbeiter Quelle: dpa
von Cornelia Schmergal, Bert Losse und Harald Schumacher

Bis zum Frühjahr muss die Branche eine Vereinbarung zum Equal Pay vorlegen – sonst greift die Regierung ein.

Ursula von der Leyen drohte so unverhohlen wie öffentlich. Noch bis Ende März wolle sie den Tarifparteien Zeit geben, hatte die Bundesarbeitsministerin bei ihrem ersten Auftritt im neuen Jahr gesagt. Sollten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften bis dahin nicht auf einen Vertrag einigen, um die gleiche Bezahlung von Zeitarbeitern und Stammbeschäftigten einzuführen, „werden wir eine Kommission einsetzen, die das klärt“. Am Ende könnte gar ein Gesetz stehen – und das möchte die Branche nun unbedingt verhindern.

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Leiharbeiter in Deutschland Quelle: Bundesagentur für Arbeit
Leiharbeiter in Deutschland (in Tausend) Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Längst ist hektische Betriebsamkeit ausgebrochen. Seit Wochen ringen die Zeitarbeitsverbände mit den Gewerkschaften um eine Vereinbarung, die das Schlimmste verhindern soll. Und nichts stellt man sich schlimmer vor als eine Rechtsvorschrift, die Unternehmen zum Equal Pay verdonnert. Im Februar beginnen die offiziellen Gespräche mit IG Metall, die seit Monaten eine breitangelegte Kampagne gegen die Leiharbeit fährt. Es dürfte die politischste Tarifrunde seit Jahren werden.

Massive Imageprobleme

Die Debatte schwelt seit dem vergangenen Februar. Für ihr Ja zur Hartz-IV-Reform hatte die SPD der Union den Mindestlohn für die über 900 000 Zeitarbeiter abgerungen. Mit der Forderung nach einem Equal-Pay-Gesetz konnte sich die SPD damals zwar nicht sofort durchsetzen, allerdings vereinbarten die Parteien, die Tarifpartner selbst in die Pflicht zu nehmen. Und da die Zeitarbeitsbranche mit massiven Imageproblemen kämpft, sind die Unternehmen willig wie nie, sich zu beeilen und bei der Entlohnung draufzulegen.

„Von der Arbeitgeberseite her können wir das von Frau von der Leyen vorgegebene Zeitfenster auf jeden Fall einhalten“, sagt Thomas Bäumer, Verhandlungsführer des Bundesarbeitgeberverbands der Personaldienstleister und des Interessenverbands Deutscher Zeitarbeitsunternehmen. So hatten die Arbeitgeber mit der Gewerkschaft IG BCE schon im Dezember Eckpunkte für einen Vertrag ausgehandelt, der gestaffelte Zuschläge von bis zu 4,43 Euro pro Stunde vorsieht, falls Zeitarbeiter länger als drei Monate im Einsatzbetrieb sind. Dieser tritt aber erst in Kraft, wenn auch die IG Metall einen Abschluss vorlegt.

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