Mehr Waffen, mehr Sicherheit?: Der Staat kann nicht immer und überall sein

GastbeitragMehr Waffen, mehr Sicherheit?: Der Staat kann nicht immer und überall sein

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Carlos A. Gebauer

von Carlos Gebauer

Würde ein vereinfachter Waffenbesitz für jedermann die Sicherheit erhöhen? Ja, sagt FDP-Politiker Carlos A. Gebauer.

Unser Staat schützt uns. Unser Leben, unser Eigentum. Doch ein Staat kann nicht immer und überall sein. Genau deswegen delegiert er vielerorts Verantwortung. Zur Schaffung von Sicherheit.

Bis die Feuerwehr eintrifft, hilft der vorgeschriebene Feuerlöscher. Wo der Räumdienst nicht hinkommt, da gilt private Streupflicht. Die Gurtpflicht minimiert Verletzungen und damit den Heilungsaufwand. Auch gefährliche Einrichtungen werden der Öffentlichkeit zur Schaffung größerer Sicherheit bereitgestellt. Defibrillatoren etwa. Oder eine Notbremse, die ganze Züge anhalten kann. Zur Abschreckung werden Räume mit Videokameras überwacht. In Nassbereichen sollen vermehrt Desinfektionsmittel Krankheiten verhindern.

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Kurz: Subsidiarität und Prävention sind anerkannte Prinzipien unserer Gesellschaftsordnung.

Zur Person

  • Carlos A. Gebauer

    Carlos A. Gebauer ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Medizinrecht in Düsseldorf sowie stellvertretender Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Duisburg.

Trotz Unfallverhütung und Arbeitssicherheit, trotz Gewaltschutzgesetz und allgegenwärtigen Vollkaskos klafft eine eigenwillige Lücke im sonst so engen Sicherheitsnetz unseres Landes. Der Gewalt eines Gesetzlosen unmittelbar ausgesetzt, sieht sich der Arglose heute primär schutzlos. In den Händen eines Ruchlosen kann das Alltäglichste zur tödlichen Waffe werden. Nicht nur Küchenmesser. Auch Gartendünger. Oder ein Tankwagen. Alles ist dem Aggressor nutzbar.

Der Griff zur eigenen Schusswaffe für die effektive Abwehr konkreter Attacken ist hierzulande dennoch prinzipiell unerlaubt. Erst muss ein Wachtmeister kommen. Und exakt das weiß jeder Verbrecher ganz genau. Warum geben wir Kriminellen diesen Vorsprung?

Mehr Waffen, mehr Sicherheit? Wir brauchen eine deutliche Verschärfung des Waffenrechts

Würde ein vereinfachter Waffenbesitz für jedermann die Sicherheit erhöhen? Nein, sagt Grünen-Politikerin Irene Mihalic.

Irene Mihalic Quelle: PR

Ist es vernünftig, unbescholtenen, gesunden Bürgern einen amtlich registrierten Waffenbesitz dergestalt zu untersagen? Ist es angemessen, einem Steuerzahler, der seine Waffe gehörig verwahrt und versichert, diese Schutzmöglichkeit für sich und andere zu verbieten? Ist es Polizisten gegenüber fair, Gefahrsituationen entstehen und entgleisen zu lassen, die vermeidbar wären? Ist es ethisch vertretbar, den Gesetzestreuen sogar im eigenen Haus zu entwaffnen, wenn man doch weiß, dass Waffenverbote keinen Gangster bremsen?

Mag die spezifische US-Kultur auch nachteilige Erfahrungen mit privatem Waffenbesitz gemacht haben: Europäer scheinen Waffenverantwortung zu besitzen. Tschechien und die Schweiz zeigen es. Trotz liberalen Waffenrechtes eskaliert dort nichts.

Wie viele Überfahrene in Nizza könnten noch leben, Erschossene in München, Erdolchte, Erschlagene allerorten, wenn nur ein einziger friedliebender Bürger sein gerade umständehalber verfügbares Schießeisen früher hätte nothelfend für sie einsetzen können?

Ich will nicht ungezählte Handyvideos von einer Tat. Ich will, dass – schlimmstenfalls – ein rechts- und gesetzestreuer Schuss die Tat verhindert. Am besten schon nur seine drohende oder angedrohte Möglichkeit. Opferschützend. Staatsergänzend.

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