Mehrbelastungen: Pkw-Maut soll 100 Euro pro Jahr kosten

Mehrbelastungen: Pkw-Maut soll 100 Euro pro Jahr kosten

Autofahrer sollen für das teils marode Straßennetz mehr zahlen. Doch wie will Minister Dobrindt es schaffen, dass nur Ausländer durch die Pkw-Maut zusätzlich belastet werden? Die Pläne nehmen langsam Form an.

Mit Öko-Stufen bei der umstrittenen Pkw-Maut will Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) laut „Focus“ Mehrbelastungen für deutsche Autofahrer verhindern. Geplant seien sechs solcher Abstufungen bei der Höhe der Mautgebühr, berichtet das Nachrichtenmagazin in seiner neuer Ausgabe. Weniger umweltschädliche Autos müssten weniger Maut zahlen. Bei den Plänen geht das Dobrindt-Ressort nach dem Bericht zunächst davon aus, dass Deutsche und Ausländer 100 Euro pro Jahr für die Benutzung der Autobahnen zahlen müssen. Geplant sei auch die Möglichkeit, für zehn Tage 10 und für zwei Monate 30 Euro zu zahlen.

Damit deutsche Autofahrer nicht mehr belastet werden als heute, soll die Gebühr nach dem Bericht mit der Kfz-Steuer verrechnet werden. Allerdings werde für fast ein Drittel der Autos - für rund 13 Millionen Pkws - heute weniger als 100 Euro pro Jahr an Steuern fällig. Damit die Betroffenen durch die Maut folglich nicht doch unterm Strich belastet werden, sei die abgestufte Gebühr geplant.

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huGO-BildID: 36093787 ARCHIV - Ein Verkehrsschild weist die Autofahrer am 20.09.2013 auf die Mautpflicht für die Passage des Warnowtunnels in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) hin. Foto: Bernd Wüstneck/dpa (zu dpa: "Lkw-Maut soll deutlich ausgeweitet werden" vom 25.03.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Elektroautos beispielsweise wären dem Bericht zufolge nicht nur von der Kfz-Steuer befreit, sondern sollten auch von der Maut befreit werden. Dobrindt hatte am Freitag „Focus Online“ gesagt, unterschiedliche Klassen je nach Umweltbelastung gebe es schon bei der Kfz-Steuer. „Das kann man sich auch für eine Pkw-Maut für im Ausland zugelassene Fahrzeuge vorstellen.“ Zu den konkreten Angaben vom „Focus“ wollte eine Sprecherin Dobrindts am Sonntag auf Nachfrage nicht Stellung nehmen. Unklar ist laut dem Bericht noch, ob es für die Maut auch eine sichtbare Vignette auf der Windschutzscheibe geben soll. Man könne auch alle Autos, für die eine Maut gezahlt worden ist, in einer Datei speichern. Die Polizei könnte dann durch Eingabe der Kennzeichen Mautpreller ermitteln.

Offen ist zudem, wie viel die Maut in die öffentlichen Kassen spülen soll. Auf die Frage von „Focus Online“, ob es 900 oder nur 500 Millionen sein werden, sagte Dobrindt: „Es geht um einen Milliarden-Betrag in einer Wahlperiode.“ Er sei nicht bereit, länger auf den Finanzierungsanteil der im Ausland zugelassenen Kraftfahrzeuge auf deutschen Straßen zu verzichten. Auf die Nachfrage, ob dies dann pro Jahr auch nur 250 Millionen sein könnten, meinte Dobrindt, es könnten auch deutlich mehr werden. „Klarheit gibt es, wenn ich vor der Sommerpause das Maut-Konzept vorlege.“

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Die Pkw-Maut war von der CSU ultimativ verlangt worden. Die Forderung hatte bereits zu Streit bei den Koalitionsgesprächen zwischen Union und SPD nach der Bundestagswahl geführt. Der Anteil ausländischer Pkw auf deutschen Autobahnen liegt nach Angaben des Autofahrerclubs ADAC - gemessen an der Fahrleistung - bei rund fünf Prozent. Der frühere Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte mit Zusatzeinnahmen von bis zu 800 Millionen Euro im Jahr gerechnet, der ADAC hatte 225 bis 260 Millionen Euro für realistisch gehalten.

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