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Mehrwertsteuer: Neuer Steuer-Ärger für Pizza-Lieferanten

von Christian Ramthun

Pizzen und andere Gerichte von Außer-Haus-Lieferanten dürften bald teurer werden. Das Finanzministerium plant eine Anhebung der Mehrwertsteuer für solche Dienstleister.

Eine Tiefkühlpizza Quelle: dpa
Pizza-Bestellungen könnten bald teurer werden: Nach Informationen der WirtschaftsWoche tendieren die Beamten im Bundesfinanzministerium dazu, künftig alle Essenslieferungen dem 19-Prozent-Satz der Mehrwertsteuer zu unterwerfen, sofern es sich nicht um einfachste Standardspeisen wie Würstchen und Pommes Frites handelt. Quelle: dpa

Wie die WirtschaftsWoche berichtet, prüft das Bundesfinanzministerium eine Anhebung der Mehrwertsteuer für solche Dienstleister. Anlass dafür sind mehrere Urteile des Bundesfinanzhofes (BFH) und des Europäischen Gerichtshofes (EuGH). Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk (CSU) räumte ein, dass es womöglich „zu einer Verschärfung nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes und des BFH kommen müsse“. Sollte es zu einer Anhebung des bisher üblichen ermäßigten Satzes von sieben auf 19 Prozent kommen, so Koschyk, „so wird dies zumindest nicht rückwirkend geschehen.“

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Nach Informationen der WirtschaftsWoche tendieren die Beamten im Bundesfinanzministerium dazu, künftig alle Essenslieferungen dem 19-Prozent-Satz der Mehrwertsteuer zu unterwerfen, sofern es sich nicht um einfachste Standardspeisen wie Würstchen und Pommes Frites handelt. Die Urteile ließen keinen anderen Spielraum, heißt es.

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Das sieht auch der Präsident der Bundessteuerberaterkammer, Horst Vinken, so. Ermäßigte Standardspeisen seien nach der neuesten Rechtsprechung nur solche, die beim Imbiss lediglich heiß gemacht, aber nicht weiter bearbeitet werden. Pizza- und Partydienste müssten sich unter Umständen auf 19 Prozent einstellen, da die Wahl zwischen Salami und Thunfisch oder konkreten Menüzusammensetzungen nach den BFH-Urteilen bereits als Dienstleistung zu betrachten sei, sagte Vinken der WirtschaftsWoche.

Betroffen wären alle Essen-auf-Rädern-Gastronomen und auch Metzger, die mit ihren Außer-Haus-Lieferungen jährlich rund zwei Milliarden Euro Umsatz erzielen. In den nächsten Tagen will das Bundesfinanzministerium mit den betroffenen Verbänden des Lebensmittelhandwerks und der Gastronomie sprechen. Daneben finden Beratungen in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe für Finanzen statt, so die WirtschaftsWoche, und am Ende gibt Finanzminister Schäuble einen Erlass heraus, wie sich die Finanzverwaltungen künftig bei Außer-Haus-Lieferungen zu verhalten haben.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.02.2012, 17:19 UhrWiwowast

    ich empfinde es als sittenwidrig, wenn Lebensmittel, einschließlich Babynahrung, bei der Mwst. unterschiedlich behandelt werden. Sie sind lebensnotwendig und dürften - wenn überhaupt - nur mit dem niedrigsten Satz besteuert werden, egal ob im Supermarkt, in der Gaststätte oder beim Lieferservice gekauft. Ausnahme: Tierfutter.
    Bevor an falscher Stelle gespart werden soll, müsste erst einmal die von der FDP aufgrund von Sponsoring ermäßigte Mwst. auf Übernachtungen wieder korrigiert werden!
    Ich hoffe, dass unsere Politiker aus ihrem Elfenbeinturm ab und zu noch auf den Boden der Tatsachen zurückfinden.

  • 11.02.2012, 14:16 UhrAnonymer Benutzer: CashCruiser

    Es ist traurig, dass alte Menschen, die auf "Essen auf Räder" bauen zukünftig noch mehr bezahlen müssen für den Staat, der heute Hotelübernachtungen subventioniert, Bio Möhren farbig züchten lässt usw. - so langsam sollten wir hochrentable Industrien wieder höher besteuern und das Volk wirklich wieder am Wachstum teilhaben zu lassen, statt es wieder zur Kasse zu bitten.

  • 11.02.2012, 12:00 UhrAnonymer Benutzer: Durchschnitt

    Der Staat braucht Geld , und holt es sich dort wo es möglich und einfach ist.Okay, jedoch aus Gerechtigkeits Gründen sollte das Abkommen mit der Schweiz noch eimnal überdacht werden. Ich meine es gibt ,siehe Wulff , Schnäpchensteuer Hotels oder Ärzte und Pharmakosten Übervorteilung im Gegensatz zu Europa,langsam ein aufkommendes Bewusstsein von denen da unten, das Lasten und Vorteilnahme im Staatswesen ungleich zur Beute verkommt .Summa sumarum Ja, wir alle wollen für einen selbst das beste bzw. das meiste und fördern meist nur noch die eigene Brut 1sten Verwandtengrades.Also wenn man nimmt wo es einfach ist , dann bitte gerecht und alles mal auf den Prüfstand, Steuergesetze sowieso..

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