"Mein Leben als Pirat": Piratenpartei streitet über WiWo-Bericht

"Mein Leben als Pirat": Piratenpartei streitet über WiWo-Bericht

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Der Wiwo-Bericht "Undercover in der Piratenpartei" wird von der Partei heiß diskutiert - Und dabei wird sogar das eigene System hinterfragt.

von Konrad Fischer

Der WiWo-Bericht über das Innenleben der Piratenpartei hat eine emotionale Debatte über Machtstrukturen und den Umgang mit Neumitgliedern ausgelöst. Nicht alle Piraten waren begeistert.

Die Piraten können nicht nur „Shitstorm“, sondern auch zivilisierte Debatte. Das belegen die Reaktionen auf den Artikel „Mein Leben als Pirat“ über das Innenleben der Partei, der in der aktuelles Ausgabe der WirtschaftsWoche zu lesen ist. Weit über hundert Piraten haben sich seit dem Erscheinen des Artikels in den Parteiforen dazu geäußert, rund zwanzig  Diskussionen drehen sich explizit um den Artikel. Doch wer darin die Aneinanderreihung von Rüpeleien erwartet, mit denen die Partei in den vergangenen Wochen einige Schlagzeilen machte, der sieht sich enttäuscht. Zwar empören sich einzelne Mitglieder, insbesondere aus dem im Artikel beschriebenen Arbeitskreis, über den Autor. Doch schlimmer als „FDP-U-Boot“, „dämlich“ oder „spinnert“ werden die Angriffe nicht, die Kritik bleibt ansonsten inhaltlich.

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Das System hinterfragen

Viele Piraten ziehen aus dem Artikel stattdessen konstruktive Schlüsse. Sie nehmen den Artikel zum Anlass, ihre parteiinternen Hierarchien zu hinterfragen. Im Forum der hessischen Landesliste ist man sich schnell einig darüber, man müsse „immer wieder unsere Systeme zu hinterfragen, ob das alles rund läuft und ob Verbesserungen möglich sind“. Einer schlägt als Konsequenz aus den beschriebenen Problemen vor, ein parteiinternes Mentoring-System zu schaffen, bei dem Neumitglieder von Erfahrenen an die Hand genommen werden sollen. Besonders selbstkritisch zeigen sich die Piraten aber in Bezug auf ihre Kommunikationskanäle. Auf der niedersächsischen Liste schreibt einer: „Ich weiß nicht wie oft wir bei uns im KV (Kreisverband) schon die Tools erklärt haben und es muss immer wieder gemacht werden damit neue überhaupt wissen wie wir kommunizieren. Da muss das für Neue und Interessierte unbedingt einfacher werden, sich zurecht zu finden.“  Auf der Liste zur Öffentlichkeitsarbeit in NRW berichtet eine von seiner Beobachtung, „dass viele Altpiraten einfach gar nicht realisieren, dass die Zugänglichkeit unserer Kommunikationsmedien für Neulinge -speziell digital immigrants - sehr schwer ist.“

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