"Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin": Juwi-Gründer will halbes Unternehmen verschenken

ThemaEnergiewende

"Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin": Juwi-Gründer will halbes Unternehmen verschenken

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Ende Juni 2013 erscheint Matthias Willenbachers Buch "Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin - Denn die Energiewende darf nicht scheitern!" im Herder-Verlag.

von Mario Brück

In einem neuen Buch macht Matthias Willenbacher, Gründer des Projektentwicklers juwi, Kanzlerin Angela Merkel ein "unmoralisches Angebot".

"Ich bin ein Bauernjunge und wuchs auf einem Hof in der Nordpfalz auf. Mein großes Lebensziel war es, Faulenzer zu werden. Heute bin ich Workaholic und leite ein Milliardenunternehmen mit Niederlassungen in vielen Ländern der Erde. Ich bin sehr dankbar, dass es so gekommen ist und ich die Lebenserfahrung machen durfte, mich vom Bauernsohn zum Unternehmenschef zu entwickeln. Aber darum geht es mir nicht. Darüber würde ich kein Buch schreiben."

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In Willenbachers Buch geht es um die Energiewende. Der 43-jährige diplomierte Physiker gilt als einer der wichtigsten Pioniere auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien in Deutschland. 1996 gründete er zusammen mit seinem Partner Fred Jung die juwi-Gruppe, ein inhabergeführtes Unternehmen zur Entwicklung von Projekten mit erneuerbaren Energien. Die juwi-Gruppe entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit von einem Zwei-Mann-Betrieb zu einem weltweit agierenden Unternehmen mit rund 1800 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro.

Als die Bundesregierung vor zwei Jahren unter dem Eindruck der Ereignisse um das Atomkraftwerk im japanischen Fukushima die Energiewende beschließt, ist Willenbacher euphorisch. Endlich würde die mächtige Energielobby entmachtet, und endlich würden die erneuerbaren Energien eine echte Chance bekommen. Und heute? Wenig bis nichts davon ist wahr geworden.

In seinem Buch beschreibt der Hobby-Autor unter anderem, wie er Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft.

Milliardenkonzern Juwi Die Öko-Industriellen

Die Bauernsöhne Matthias Willenbacher und Fred Jung schufen die Firma Juwi, einen Projektentwickler für Ökostrom-Kraftwerke. Gemeinsam profitieren sie von der Energiewende, mit dem Umsatz aber wachsen auch die Probleme.

Juwi-Gründer Fred Jung und Matthias Willenbacher (rechts). Quelle: Pressefoto juwi

"Anfang 2013 begleitete ich als Vertreter des Wirtschaftsbereichs Erneuerbare Energien die Chile-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auf dem Rückflug von Chile nach Deutschland wollte Frau Merkel noch ein Glas Wein mit uns sechs Wirtschaftsvertretern trinken. Sie sprach dabei über Argentiniens Präsidentin Kirchner, Kubas Raul Castro, und dass sie vor Boliviens Präsident Evo Morales großen Respekt habe.

Wir waren zu dem Zeitpunkt erst zwei Stunden unterwegs und hatten bestimmt noch 13 Stunden zu fliegen. Zeit war also genug, und so wollte ich die Chance nutzen, um mit ihr auch über die Energiewende zu sprechen. Sie hatte vor der Chile-Reise ein Plädoyer für Windkraft im Norden gehalten und das wollte ich mit ihr diskutieren. Ich sagte also zu Frau Merkel: „Könnten wir vielleicht noch ein paar Minuten über die Energiewende sprechen, ich habe da einige Fragen und auch ein paar Ideen?“

Sie sah mich an und sagte nur: „Schreiben Sie mir einen Brief.“

Ich würde lügen, wenn ich nicht zugeben würde, dass ich doch etwas irritiert und enttäuscht war, als wir dann wieder auf unsere Plätze zurückgingen. Neben mir saß ein Vertreter des Unternehmens Südzucker. Wie alle anderen hatte Merkel auch ihn gefragt, was er in Chile mache. Er sagte, sein Unternehmen pflanze Chicorée an, um daraus Fruchtzucker zu machen.

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