
BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat den Opfern rechtsextremistischer Gewalt in Deutschland gedacht. Die Kanzlerin bedankte sich zunächst bei den Familien der Opfer, dass sie zu der zentralen Gedenkveranstaltung für die Neonazi-Opfer am Donnerstag in Berlin gekommen waren. Die im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt entzündeten Kerzen stünden für „Opfer einer kaltblütigen Mordserie“, sagte Merkel. Sie mahnte vor den 1.200 Gästen: „Wir vergessen zu schnell, wir verdrängen zu schnell.“
Merkel sagte ein entschlossenes Eintreten des Staates gegen Rechtsextremismus und Gewalt zugesagt. Als Kanzlerin versichere sie den Angehörigen: „Wir tun alles, um die Morde aufzuklären und alle Täter ihrer gerechten Strafe zuzuführen“, sagte sie bei der zentralen Gedenkfeier für die Opfer der Neonazi-Mordserie am Donnerstag in Berlin. Es gelte alles zu tun, „damit sich so etwas nie wieder wiederholen kann“. Erste Weichen für eine bessere Zusammenarbeit der Behörden würden bereits gestellt.
Merkel betonte, überall, wo an den Grundfesten der Menschlichkeit gerüttelt werde, sei Toleranz fehl am Platz. „Die Morde der Thüringer Terrorzelle waren auch ein Anschlag auf unser Land. Sie sind eine Schande für unser Land.“
Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse sagte, mit der Gedenkveranstaltung werde den Angehörigen Genugtuung verschafft. „Ihr Leid muss ernst genommen werden und der Blick selbstkritisch auf falsche Verdächtigungen gerichtet werden“, sagte der SPD-Politiker im Vorfeld dem Radiosender NDR Info. Die deutschen Sicherheitsbehörden hätten die Täter jahrelang im Migranten-Milieu vermutet und teilweise sogar die Angehörigen der Opfer verdächtigt.
Die Tochter eines der Ermordeten beklagte, ihre Familie habe lange mit falschen Verdächtigungen leben müssen. Semiya Simsek sagte dem Sender Antenne Bayern, zeitweise habe sogar ihre Mutter als Tatverdächtige gegolten. Simseks Vater, ein türkischstämmiger Blumenhändler in Nürnberg, war im Jahr 2000 an seinem Verkaufsstand erschossen worden.










