Merkel gegen Steinbrück: TV-Duell wird am 1. September ausgetragen

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Merkel gegen Steinbrück: TV-Duell wird am 1. September ausgetragen

Nun steht das Datum für das TV-Duell von Kanzlerin Merkel (CDU) mit SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück fest: am 1. September drei Wochen vor der Wahl. Die Sendung soll 90 Minuten dauern.

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Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, Entertainer Stefan Raab und Kanzlerin Angela Merkel treffen am 1. September zum TV-Duell zusammen.

Das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Herausforderer Peer Steinbrück (SPD) wird am 1. September ausgetragen. Das teilte das ZDF am Mittwoch im Namen der vier Sendeanstalten ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat.1 mit. Sie richten den verbalen Schlagabtausch drei Wochen vor der Bundestagswahl (22. September) aus.

Das Duell ist im Ersten, dem ZDF, auf RTL und - zum ersten Mal - auf ProSieben zu sehen. Vier Moderatoren wollen der Kanzlerin und ihren Herausforderer Antworten entlocken: Anne Will (ARD), Maybrit Illner (ZDF), Peter Kloeppel (RTL) und Entertainer Stefan Raab (ProSieben).

Steinbrücks Positionen

  • Konsolidierungspolitik

    Steinbrück ist auch gegen eine Krisenpolitik, die ausschließlich eine Einsparungen in den Krisenstaaten verfolgt. Den in Not geratenen Ländern Konsolidierungsprogramme über den Kopf zu ziehen, reiche nicht aus, sagte SPD-Kandidat. In vielen Euro-Staaten drohe jetzt eine Radikalisierung des politischen Klimas. Eine grundsätzliche Abkehr von der Konsolidierungspolitik forderte Steinbrück allerdings nicht: Es gehe bei der Frage nach Konsolidierung und Wiederaufbau nicht um ein „Entweder oder“, sondern um ein „Sowohl als auch“.

  • Gemeinsame Haftung

    Steinbrück ist dafür, dass Deutschland und andere starke Staaten den Krisenländer mit ihrer Bonität helfen. Denn durch die Rettungsschirme sei Europa schon in einer gemeinsamen Schuldenhaftung. Dafür müssten die Schuldner aber auch Kompetenzen abgeben: „Es bedarf einer Instanz im Euroraum, die Durchgriffsrechte auf die nationale Haushaltsführung hat.“

  • Chef der Euro-Gruppe

    In der Debatte um die Personalentscheidung eines neuen Euro-Gruppenchefs ist Steinbrück der Meinung, ein Deutscher sei für diese Position nicht geeignet. „Ich halte das für einen Fehler“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat zu den Überlegungen, Schäuble als Nachfolger für Jean-Claude Juncker zu bestimmen . Er sei davon überzeugt, dass Deutschland „als größtes Schiff im Konvoi der Europäischen Währungsunion“ nicht in die Position eines Schiedsrichters innerhalb EU kommen sollte.

  • Steuererhöhungen

    Gegenüber dem Handelsblatt warb Steinbrück für Steuerhöhungen: „Ich bin dafür, dass die Sozialdemokratie offensiv den Standpunkt vertritt, in Teilbereichen Steuern zu erhöhen.“  Die Einnahmen seien erforderlich, „um erstens den Staatshaushalt zu konsolidieren, zweitens mehr in die Bildung zu investieren und drittens die Finanzlage der Kommunen zu verbessern.“ Dafür würde er in einem Bundestagswahlkampf offensiv werben. „Alle Versprechen, die Steuern senken zu wollen, prallen an der Realität ab“, sagte der SPD-Politiker.

  • Rente

    In der Rentendiskussion hat Steinbrück ging Steinbrück auch auf Konfrontationskurs mit seiner Partei. „Die Antwort auf den mathematischen Druck der Demografie“ könne „nicht die ersatzlose Streichung der Rente mit 67 sein“, sagte der Kanzlerkandidat. Auf ihrem Parteitag Ende 2011 hatte die SPD aber beschlossen, die Anhebung der Altersgrenzen auszusetzen, bis die Hälfte der 60- bis 64-Jährigen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehe.

  • Betreuungsgeld

    Bei seiner Einschätzung des von Schwarz-Gelb geplanten Betreuungsgeldes verzichtete Steinbrück auf viele Worte.  Das Betreuungsgeld sei eine „dämliche und skandalöse Fernhalteprämie“.


Die Sendung wird voraussichtlich um 20.15 Uhr beginnen und eineinhalb Stunden dauern, hieß es beim ZDF in Mainz. Wie das Duell aufgebaut ist, welche Fragen die Moderatoren Merkel und ihrem Ex-Finanzminister stellen - all das war zunächst offen. Das Duell wird wie schon in den Jahren zuvor in Berlin-Adlershof produziert.

Um die Nominierung von Stefan Raab hatte es Wirbel gegeben. Auch SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück war anfangs skeptisch, akzeptiert den Entertainer („TV total“) aber inzwischen. Raab hatte bei ProSieben zuletzt die Polit-Talkshow „Absolute Mehrheit“ gestartet. Steinbrück hatte für zwei Duelle - bei den Öffentlich-Rechtlichen und im Privatfernsehen - geworben.

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