Metall- und Elektroindustrie: Meine: Wir werden mehr als 6,5 Prozent Lohnerhöhung fordern

Metall- und Elektroindustrie: Meine: Wir werden mehr als 6,5 Prozent Lohnerhöhung fordern

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Hartmut Meine, 56, ist IG-Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und Aufsichtsrat des Autozulieferers Continental

Der niedersächsische IG Metall-Chef Hartmut Meine hat angekündigt, dass die Gewerkschaft mit einer höheren Lohnforderung als 2007 in die bevorstehende Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie gehen wird.

Der WirtschaftsWoche sagte Meine: „In der letzten Tarifrunde haben wir 6,5 Prozent gefordert. Es wird dieses Mal sicherlich mehr sein.“ Die Beschäftigten würden aufgrund der starken Preissteigerungen einen hohen Lohnabschluss fordern. „Es gibt sehr hohe Erwartungen bei den Arbeitnehmern, und das hat zwei wesentliche Gründe: Der erste sind die Preissteigerungen vor allem bei Benzin, Strom und Gas. Unsere Mitglieder klagen, dass ihnen immer weniger vom Netto bleibt, und sagen: Da muss jetzt mal was rüberkommen. Gleichzeitig sehen viele Arbeitnehmer, dass es ihren Unternehmen in letzter Zeit außerordentlich gut geht. Auch die Managerverdienste sind auf hohem Niveau gestiegen.“

Bei den anstehenden VW-Tarifgesprächen will Meine die 4200 Mitarbeiter der VW-Tochter Auto 5000 komplett in den VW-Haustarifvertrag einbeziehen. „Wir glauben, dass es auch für das Unternehmen sinnvoll ist, die Auto-5000-Beschäftigten in die VW AG zu integrieren. Wir haben ja 2006 den Haustarifvertrag von VW abgesenkt in Richtung Flächentarifvertrag. Die Unterschiede sind deshalb nicht mehr so gewaltig, wie sie mal waren.“ Allerdings erwartet Meine Widerstand der VW-Führung. „Das wird kein Selbstläufer, Konflikte schließe ich nicht aus.“

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Situation der Leiharbeiter verbessern

Auch die Situation der Leiharbeiter bei VW will die IG Metall in den Verhandlungen mit VW stark verbessern und in einem ersten Schritt auf die Höhe der bei Audi beschäftigten Zeitarbeiter erhöhen. „Wir haben zurzeit bundesweit Tarifverträge auf sehr niedrigem Niveau. Das beginnt bei etwa 7,50 Euro. Bei Volkswagen ist Leiharbeit in zwei Tochterfirmen organisiert, in der Wolfsburg AG und der Autovision, wo wir ähnliche Tarifverträge haben. Volkswagen gibt den Leiharbeitern darüber hinaus eine Zuzahlung auf elf Euro pro Stunde.

Das ist aber natürlich noch weit vom Haustarifvertrag entfernt, der um die 18 Euro liegt. Wir haben dem Unternehmen jetzt signalisiert: Wir wollen auch mit euch in eine Richtung der gleichen Bezahlung, wobei uns klar ist, dass das nur in einem Stufenplan geht“, so Meine. „Die elf Euro müssen schon sehr deutlich erhöht werden. Bei Audi gibt es einen Vertrag, wo 14,36 Euro gezahlt werden. Bei Daimler sind wir jetzt bei über 15 Euro. In die Richtung sollte es auch bei VW gehen.“

"Die Brutalität des Kaufens und Gekauftwerdens hat Wennemer jetzt eingeholt"

Ausdrücklich begrüßt Meine, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Automobilzulieferers Continental ist, den Rücktritt von Konzernchef Manfred Wennemer. „Herr Wennemer hat gegenüber den Arbeitnehmern in den letzten Jahren einen radikalen Konfrontationskurs gefahren. Die Brutalität des Kaufens und Gekauftwerdens hat jetzt auch ihn eingeholt“, sagte Meine. „Insofern kann ich mir kaum vorstellen, dass die Beschäftigten den Rücktritt von Herrn Wennemer bedauern. Ein kompetenter Nachfolger ist gut beraten, mit den Gewerkschaften und den Betriebsräten konstruktiv zusammenzuarbeiten.“

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