Milliarden-Forderungen: Außenstände der Bundesbank

Milliarden-Forderungen: Außenstände der Bundesbank

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Die Auslandspositionen der Deutschen Bundesbank

von Malte Fischer

Welche Risiken stecken hinter den Forderungen der Bundesbank?

Was ist passiert?Seit Ausbruch der Finanzkrise sind die Forderungen der Bundesbank gegenüber dem Euro-System drastisch in die Höhe geschnellt. Anfang 2006 lagen diese noch bei 18,3 Milliarden Euro. Bis Ende vergangenen Jahres waren sie auf knapp 338 Milliarden Euro angeschwollen. Grund dafür ist der stark gestiegene Saldo im Target2-Zahlungssystem.

Was ist das Target2-System?Das Target2-Zahlungssystem existiert seit 2007. Es ist eine technische Infrastruktur für Geldüberweisungen zwischen den Zentralbanken der Euro-Länder. Außerdem werden darüber auch grenzüberschreitende Großbetragsüberweisungen zwischen Geschäftsbanken abgewickelt. Zahlungen im Target2-System werden in Zentralbankgeld vorgenommen. Zwar müssen die Target-Salden nicht immer ausgeglichen sein, doch schwankten sie in der Zeit vor der Krise regelmäßig um die Null-Linie herum (siehe Grafik).

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Kein Risiko?

Warum sind die Forderungen der Bundesbank gestiegen?Im Zuge der Finanzkrise hat eine Kapitalflucht aus den Krisenländern im Süden der Euro-Zone nach Deutschland eingesetzt. Die Banken in den Krisenländern haben das Geld ihrer Kunden über das Target2-System der Zentralbanken überwiesen. So floss das Geld über die Europäische Zentralbank, die als Clearing-stelle fungierte, an die Bundesbank. Diese baute auf diesem Wege Forderungen gegenüber dem Euro-System auf. Das Geld hat die Bundesbank an die deutschen Banken weitergeleitet, die es auf den Konten der Anleger aus den Krisenländern gutschrieben.

Welche Risiken sind damit verbunden?Nach Angaben der Bundesbank stellen die Target2-Salden „kein eigenständiges Risiko“ dar. Allerdings ist den Geschäftsbanken der Krisenländer durch die Überweisungen Zentralbankgeld verloren gegangen. Um sich neues Zentralbankgeld zu beschaffen, haben sie die Refinanzierungsgeschäfte mit ihrer nationalen Notenbank ausgeweitet. Da die Euro-Notenbanken seit Ausbruch der Krise die qualitativen Anforderungen an die Sicherheiten für solche Geldleihgeschäfte heruntergeschraubt haben, akzeptieren sie auch Ramschanleihen wie griechische Staatspapiere als Sicherheiten. Kommt es zu einem Staatsbankrott der Krisenländer, drohen den Notenbanken Verluste durch Abschreibungen auf die Staatspapiere.

Was kostet das den deutschen Steuerzahler ?Machen die Notenbanken der Krisenländer Verluste, werden diese vom Euro-System als Ganzes getragen. Die einzelnen Notenbanken der Euro-Zone sind an den Verlusten nach Maßgabe ihres Kapitalanteils an der Europäischen Zentralbank beteiligt. Für die Bundesbank liegt dieser bei knapp 19 Prozent.

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