Mimik-Analyse: Die große Koalition geht mit Respekt und Sorge in die Zukunft

Mimik-Analyse: Die große Koalition geht mit Respekt und Sorge in die Zukunft

Am Wochenende haben SPD und Union den Weg frei gemacht für die Große Koalition. Wir haben uns die zahlreichen Pressekonferenzen angeschaut und die Mimik der Politiker analysiert.

Die SPD-Basis hat am Samstag mit einer überwältigenden Mehrheit von 75,96 Prozent der großen Koalition zugestimmt. Das bedeutet grünes Licht für die Regierungsbildung. Gestern wurden dann von SPD, CDU und CSU offiziell die Besetzungen der Ministerposten bekannt gegeben. Bei der SPD sickerten schon am Freitag einige Namen und Posten durch. Wie ist die Stimmung in den Koalitionsparteien? Für die WirtschaftsWoche habe ich mir die Pressekonferenzen von CDU und SPD etwas genauer angesehen. Das Mienenspiel von Angela Merkel und Sigmar Gabriel haben Spannendes verraten.

Sigmar Gabriel und die Aufgabe der Energiewende

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Beginnen wir die Mimik-Analyse mit der SPD. Der Großteil der Parteiführung war am Samstag sichtlich überwältig und sehr gerührt von der großen Zustimmung durch die Parteibasis. Einigen, wie zum Beispiel Sigmar Gabriel, standen die Tränen in den Augen. Aber nicht nur Freude und Erleichterung war zu sehen.

Sigmar Gabriel wird Minister für Wirtschaft und Energie. Er hat am Samstagabend in den Tagesthemen ein Interview gegeben. Der Tagesthemen-Moderator Thomas Roth fragte ihn: „Aber es ist schon so, wenn Sie die Energiewende nicht hinbekommen, dann wären Sie gescheitert, richtig?“ Es vergehen zwei Sekunden, bevor Sigmar Gabriel antwortet. Dann sagt er: „Ja, ich will sie ja hinkriegen.“ Als er dies sagt, zieht er für einen kurzen Moment seine Augenbrauen hoch und zusammen. Das ist eine Mikroexpression für Sorge. Er scheint also zu spüren, dass die Energiewende keine leichte Aufgabe wird.

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Sigmar Gabriel zieht für einen kurzen Moment seine Augenbrauen hoch und zusammen - ein Hinweis auf Sorge.

Angela Merkel und das schwere Wort "SPD"

Bei der CDU habe ich drei spannende Szenen aus der Pressekonferenz von gestern Abend eingefangen. Bevor wir uns das Mienenspiel der Bundeskanzlerin ansehen, lassen Sie uns kurz einen Blick in die Mimik des neuen CDU-Generalsekretärs Peter Tauber werfen. Er hat sich auf der gestrigen Pressekonferenz vorgestellt. Als er zu den Herausforderungen kam, die die nächsten vier Jahre bereithalten, sagte er: „Ich glaube in der Tat, die Union steht vor großen Herausforderungen. Die erste Herausforderung ist: Wir müssen das Vertrauen, das die Menschen in uns gesetzt haben, rechtfertigen. Dazu gehört, dass wir auch die Unterschiede zwischen uns und den Sozialdemokraten in der großen Koalition entsprechend herausarbeiten.“ Als er dies sagt, bewegen sich seine Augenbrauen auf die gleiche Weise wie auch schon bei Sigmar Gabriel in dem Tagesthemen-Interview. Er zieht die Augenbrauen hoch und zusammen. Auch hier ein Hinweis auf Sorge. Ist er vielleicht besorgt, dass dieses Mal nicht die SPD, sondern die CDU als Verlierer aus der großen Koalition hervorgehen könnte?

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