Minijobs: Hundt will Hartz-IV-Aufstockern Druck machen

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Minijobs: Hundt will Hartz-IV-Aufstockern Druck machen

, aktualisiert 09. November 2013, 10:35 Uhr
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Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt befürwortet eine Regelung, die Hinzuverdienste von Hartz-IV-Empfängern bis zu 200 Euro voll anrechnet.

Quelle:Handelsblatt Online

Vollzeitstelle statt Minijob: Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt will Hartz-IV-Hinzuverdienste bis 200 Euro voll anrechnen und so den Anreiz für volle Stellen erhöhen. Die derzeitige Regelung gehe in die falsche Richtung.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat sich dafür ausgesprochen, Hinzuverdienste von Hartz-IV-Empfängern bis zu 200 Euro voll auf die staatliche Unterstützung anzurechnen. Dies soll den Anreiz erhöhen, eine vollzeitnahe Beschäftigung statt eines Minijobs anzunehmen. „Um Vollzeitstellen attraktiver zu machen, müssen die Hinzuverdienstregeln vom Kopf auf die Füße gestellt werden“, sagte Hundt in einem Gespräch mit Journalisten in Berlin.

Einkommen aus vollzeitnaher Beschäftigung sollten nach seinen Worten stärker als bisher freigestellt werden, Bruttoeinkommen bis zu 200 Euro monatlich im Gegenzug dafür „voll auf das Arbeitslosengeld II angerechnet werden“. Die derzeitige Regelung setzt aus Sicht der Arbeitgeber den falschen Anreiz, sich im Hartz-IV-Bezug mit dem Hinzuverdienst aus geringfügiger Beschäftigung einzurichten.

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Hundt hält es deshalb für richtig, dass die Jobcenter „verstärkt Aufstocker ansprechen, die nur einen Minijob ausüben“. Nach aktueller Regelung bleiben die ersten 100 Euro eines Hinzuverdienstes komplett anrechnungsfrei. Von Bruttoeinkommen zwischen 100 und 800 Euro bleiben dem Arbeitslosengeld-II-Empfänger 20 Prozent. Von 200 Euro unterm Strich also 140 Euro.

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Der scheidende Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) warnte auch vor gravierenden Nachteilen eines gesetzlichen Mindestlohnes: „Ein einheitlicher gesetzlicher Mindestlohn trifft vor allem die Schwächsten auf dem Arbeitsmarkt: Langzeitarbeitslose, gering Qualifizierte und junge Menschen, die keine Ausbildung haben.“ Dies zeige die deutlich höhere Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit in allen europäischen Ländern mit gesetzlichem Mindestlohn. Bei den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD ist die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes von 8,50 Euro einer der Hauptstreitpunkte.

Hundt legt am 18. November nach 17 Jahren an der Spitze der BDA sein Amt nieder. Designierter Nachfolger ist der 60-jährige Bremerhavener Unternehmer Ingo Kramer.


Quelle:  Handelsblatt Online
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