Minister Friedrich: Menschlich verständlich, politisch saudumm

KommentarMinister Friedrich: Menschlich verständlich, politisch saudumm

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Statt der SPD zu schaden, wird der Fall Edathy zu einer Affäre um Minister Hans-Peter Friedrich

von Christian Ramthun

Die Affäre um Sebastian Edathy fällt nun nicht der SPD auf die Füße, sondern auch der CSU. Chef Horst Seehofer muss einmal mehr innerlich kochen über seine Gurkentruppe in Berlin.

Da hat die SPD eine veritable Affäre wegen der kinderpornografischen Vorwürfe gegen ihren Vorzeige-Politiker Sebastian Edathy, der sich im NSU-Verfahren profilierte. Doch statt der SPD zu schaden, weitet sich der Fall Edathy zu einer Affäre um Minister Hans-Peter Friedrich und damit zu einer CSU-Affäre aus.

Denn der CSU-Politiker und Bundeslandwirtschaftsminister hatte in seinem vorherigen Job als Bundesinnenminister die SPD-Spitze im Oktober über die Vorwürfe gegen Edathy informiert. Nun lautet der Vorwurf auf Geheimnisverrat und Behinderung der Justiz, aber gegen Friedrich.

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Skandal um Edathy Hans-Peter Friedrich tritt zurück

Agrarminister Hans-Peter Friedrich ist zurückgetreten. Seine Erklärung vor der Presse gestaltete sich sehr knapp. Er verabschiedete sich mit den Worten: "Ich komme wieder".

Die Rücktrittsforderungen gegen Bundesminister Hans-Peter Friedrich werden lauter. Quelle: dpa

Dabei wollte Hans-Peter Friedrich während der damals laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen CDU, CSU und SPD wohl nur die neuen Freunde von der SPD nicht ahnungslos in die Edathy-SPD-Krise laufen lassen. Menschlich ist das verständlich, und Friedrich ist im persönlichen Umgang auch ein Prima-Kumpel-Typ.

Das Problem ist nur, das dies in Berlin eine höchst gefährliche Eigenschaft ist. Dankbarkeit gibt es dafür nicht. Und man darf darüber spekulieren, was den SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann bewog, Friedrich als Informanten zu outen, zu belasten und damit aus der SPD-eine CSU-Affäre zu machen.

Da kann Horst Seehofer nur die Augen verdrehen. Hätte Friedrich damals nur den Mund gehalten, dann wäre Edathy vielleicht sogar Minister, Staatssekretär oder SPD-Fraktionsvize geworden. Dann hätte es jetzt richtig doll geknallt, die SPD wäre in einer tiefen Krise, ihr Regierungsschwung zum Stillstand gekommen.

So aber erweist sich die CSU-Truppe in Berlin als politische Laienschar, die nun auch noch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen fürchten muss.

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