Minister weist Hitlervergleich zurück: Wolfgang Schäuble: "Bin doch nicht blöd"

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Minister weist Hitlervergleich zurück: Wolfgang Schäuble: "Bin doch nicht blöd"

, aktualisiert 04. April 2014, 07:16 Uhr
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Finanzminister Wolfgang Schäuble hat Ärger wegen einem angeblichen Putin-Hitler-Vergleich.

Wolfgang Schäuble wehrt sich gegen Kritik des Kremls, er sei ein Provokateur. Er habe niemanden mit Hitler verglichen, betont Schäuble.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) verteidigt seine umstrittenen Äußerungen zur Ukraine-Krise. Er habe niemanden mit Adolf Hitler verglichen, sagte er in der ARD-Sendung „Beckmann“ am Donnerstagabend. „Ich bin doch nicht so blöd, dass ich Hitler mit jemandem vergleiche.“ Er habe lediglich Schülern die Situation rund um die Krim-Krise erklärt, woraus dann ein Satz isoliert veröffentlicht worden sei.

Schäuble am Montag vor Berliner Schülern Parallelen zwischen Russlands Vorgehen auf der Krim und der Annexion des Sudetenlandes 1938 durch Nazi-Deutschland gezogen. Mit Blick auf ein mögliches Szenario hatte er den Schülern gesagt: „Das kennen wir alles aus der Geschichte. Mit solchen Methoden hat schon der Hitler das Sudetenland übernommen - und vieles andere mehr.“ Sollte die Regierung in Kiew die Ordnung nicht mehr aufrechterhalten können, könnte Russland dies zum Anlass für einen Einmarsch nehmen.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel distanzierte sich von dem Vergleich. Schäuble betonte am Abend in der ARD, er habe keinen Vergleich zwischen Hitler und Putin gezogen. Schon vor den Schülern habe er ausdrücklich erklärt: "Wir vergleichen das nicht." Auch er wies die Darstellung zurück, der deutsche Botschafter sei einbestellt worden.

Dennoch beschwerte sich Russland bei der Bundesregierung offiziell über Schäuble. Der Protest wurde am Donnerstag dem neuen deutschen Botschafter in Moskau, Rüdiger Freiherr von Fritsch, bei einem Termin im Außenministerium übermittelt. Dazu erklärte das Moskauer Ministerium: „Wir halten solche Art pseudohistorischer Exkurse des deutschen Ministers für eine Provokation. Seine Vergleiche sind eine grobe Manipulation historischer Fakten."

Auch der Tonfall zwischen den USA und Russland bleibt rau. Russlands stellvertretender Außenminister Sergej Riabkow forderte die Regierung in Washington auf, die Aufnahme der Krim in die Russische Föderation zu akzeptieren. Riabkow erklärte der Nachrichtenagentur Interfax, die USA hätten mit dem Einfrieren von bilateralen Kontakten "alberne Situationen" geschaffen. Er wies darauf hin, dass sich nun russische und amerikanische Wetterforscher nicht mehr treffen könnten. Der US-Regierung sei dabei klar, dass der Zug abgefahren sei, sagte Riabkow. "Wutausbrüche, Geheule und Hysterie helfen da nicht." Den amerikanischen Kollegen könne man nur raten, "mehr an die Frische Luft zu gehen, Yoga zu praktizieren, gesund zu essen und sich vielleicht einige witzige Sketche im Fernsehen anzuschauen".

Die Außenminister der 28 EU-Staaten sprechen am Freitagmittag in Athen über eine aktivere Politik gegenüber der Ukraine und anderen Staaten in der östlichen Nachbarschaft der Europäischen Union. Sie wollen unter anderem über mögliche Hilfen zur wirtschaftlichen und politischen Stabilisierung der Ukraine reden. Auch die Beziehungen zu Russland nach der Annexion der Krim stehen auf der Tagesordnung. Die Minister wollen so rasch wie möglich die Unterzeichnung von Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Georgien sowie der Republik Moldau organisieren.

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