Mittelstandsvereinigung: Neue Führung, neuer Kurs

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Mittelstandsvereinigung: Neue Führung, neuer Kurs

von Henning Krumrey

Die Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU hat ihre Führung drastisch verjüngt. Der Nachfolger Josef Schlarmanns ist nur halb so alt wie sein Vorgänger. Was sich dadurch für den Verband ändert.

Die Spitze wurde halbiert, altersmäßig. Der neue Vorsitzende der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung ist mit seinen 36 Jahren gerade mal halb so alt wie sein Vorgänger. Mit Carsten Linnemann tritt ein Jungtalent die Nachfolge des 73-jährigen Steuerberaters Josef Schlarmann an, der nach acht Jahren in der Führungsrolle nicht wieder kandidierte. Mit dem neuen Mann wird auch ein neuer Kurs Einzug halten.

Schon in seiner Bewerbungsrede hatte Linnemann zwar Schlarmann als intellektuellen Kopf und laut vernehmbare Stimme der Unternehmer gelobt, in dieses Schalmeien aber gleich die schärfste Kritik gepackt. Denn künftig soll alles anders werden. „Ich möchte die Mittelstandsvereinigung wieder stärker an das Parlament heranbringen“, kündigte er an. Denn in der Vergangenheit hatte es zwischen der Parteiorganisation und dem parlamentarischen Arm erheblich geknirscht. Während Schlarmann von außen mit scharfen kritischen Kommentaren für ein klares marktwirtschaftliches Profil des Verbandes sorgte, standen die Abgeordneten als Weichmacher da, die am Ende stets dem Kurs der
CDU-Vorsitzenden und Kanzlerin folgten. In den Vorstandssitzungen des Parlamentskreises Mittelstand war der MIT-Chef nicht mehr zugelassen.

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Auch mit Merkel selbst hatte es sich Schlarmann verscherzt. Linnemann dagegen setzt auf enge Kooperation. „Es ist entscheidend, dass wir mit am Koalitionstisch sitzen“, ruft er in den Saal. Denn da fielen die Entscheidungen. Seine Ankündigungen wirken wie Schläge gegen Schlarmann: Er wolle „in Zukunft mit hoher Sachlichkeit und hoher Fachlichkeit“ in die Debatten eingreifen, „damit wir auch ernst genommen werden in Berlin“. Sein Ziel sei es, dass „man am Ende von Sitzungen fragt: Was sagt denn die MIT dazu.“

Linnemann strich bemüht heraus, dass er ja fast selbst ein Unternehmer sei, obwohl ihn der Lebenslauf als promovierten Bankvolkswirt ausweist, der schon mit 32 Jahren in den Bundestag kam. „Ich komme aus einer Mittelstandsregion“, preist er sein Paderborn an. „Ich komme selbst aus einer Mittelstandsfamilie, meine Eltern haben sich 1977 mit einer Buchhandlung selbstständig gemacht.“ Und heute führe der Bruder das Geschäft.

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Eine strukturelle Schwäche der MIT zeigte sich gleichwohl in der Wahl des Vorsitzenden: Weder Linnemann noch sein Gegenkandidat, der frühere Grünen-Bundestagsabgeordnete und Haushaltsexperte Oswald Metzger, der seit sechs Jahren in der CDU aktiv ist, sind klassische Unternehmer. Metzger hob hervor, dass er „selbstständig“ ist, aber die Firma, die er führt, ist der Ein-Mann-Betrieb Oswald Metzger. Bei der Wahl zum Vorsitzenden unterlag er – auch nach einer teils spröden, teils mit Beitragserhöhung drohenden Vorstellung – deutlich mit 28 gegen 72 Prozent. Nachdem er auch bei der Stellvertreterwahl nicht im ersten Wahlgang durchkam, zog er seine Kandidatur zurück. Zumindest bei der Mittelstandsvereinigung der Union ist Schwarz-Grün erstmal gescheitert.

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