Mohamed Abrini gefasst: Brüsseler Terroristen planten weiteren Anschlag in Paris

Mohamed Abrini gefasst: Brüsseler Terroristen planten weiteren Anschlag in Paris

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Der mysteriöse Mann mit Hut, der vom Brüsseler Flughafen geflohen ist, wurde gefasst.

Nach neuen Festnahmen in Belgien sind alle bekannten Hauptverdächtigen der islamistischen Anschläge in Paris und Brüssel tot oder in Haft. Die Attentäter hatten eigentlich einen zweiten Anschlag auf Paris geplant.

Der hohe Ermittlungsdruck habe sie dann bewegt, rasch vor Ort zuzuschlagen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Trotz der jüngsten Erfolge rief der belgische Ministerpräsident Charles Michel die Bevölkerung auf, wachsam zu bleiben. Bei dem Anschlag in Paris Mitte November waren 130 Menschen getötet worden, in Brüssel starben am 22. März 32 Menschen.

Die Attentäter von Paris stammen aus der belgischen Hauptstadt und flüchteten nach der Anschlagsserie auf Restaurants, einen Musikclub und das Fußballstadion wieder dorthin. "Zahlreiche Aspekte der Ermittlungen haben ergeben, dass die Terrorgruppe zunächst wieder in Frankreich zuschlagen wollte", erklärte die Staatsanwaltschaft in Brüssel am Sonntag. "Von den schnellen Ermittlungen überrascht haben sie sich zu einem Anschlag in Brüssel entschieden." Die flüchtigen mutmaßlichen Pariser Attentäter - darunter Mohammed Abrini und Salah Abdeslam - hatten sich vier Monate lang der Festnahme entzogen. Abdeslam wurde am Freitag vor dem Anschlag in Brüssel gefasst.

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Die Gegner des Islamischen Staates

  • USA

    Die mächtigste Militärmacht der Welt führt den Kampf gegen den IS an. Seit mehr als einem Jahr bombardiert die US-Luftwaffe die Extremisten in Syrien und im Irak. An ihrer Seite sind auch Jets aus Frankreich und anderen westlichen Staaten sowie aus arabischen Ländern im Einsatz. Washington hat zudem US-Militärberater in den Irak entsandt, die Bagdad im Kampf am Boden unterstützen.

  • Russland

    Moskaus Luftwaffe fliegt seit Ende September Luftangriffe in Syrien. Sie sollen nach Angaben des Kremls den IS bekämpfen. Der Westen und syrische Aktivsten werfen Russland jedoch vor, die meisten Luftangriffe richteten sich gegen andere Rebellen, um so das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu unterstützen.

  • Deutschland

    Deutschland liefert seit mehr als einem Jahr Waffen an die Kurden im Norden des Iraks, darunter die Sturmgewehre G3 und G36 und die Panzerabwehrwaffe Milan. Die Bundeswehr bildet zudem kurdische Peschmerga-Kämpfer für den Kampf am Boden aus.

  • Arabische Staaten

    Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Katar und Jordanien unterstützen die USA bei den Luftangriffen. Vor allem Saudi-Arabien und Jordanien sehen den IS als Gefahr, weil die Extremisten bis an ihre Grenzen herangerückt sind.

  • Kurden

    Sowohl im Norden Syriens als auch im Nordirak gehören die Kurden zu den erbittertsten Gegnern des IS. Die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) im Syrien und die Peschmerga im Irak konnten den Extremisten empfindliche Niederlagen beibringen. Unterstützt werden sie von mehreren westlichen Staaten.

  • Irakische Armee

    Das irakische Militär geht in mehreren Regionen des Landes gegen den IS vor. Allerdings kann sie nur wenige Erfolge vorweisen. Seit Monaten versucht die Armee erfolglos, die westirakische Provinz Al-Anbar zu befreien. Unterstützt wird sie von schiitischen Milizen, die eng mit dem Iran verbunden sind.

  • Syrische Rebellen

    Sie bekämpfen das Regime und den IS. Das gilt auch für die Nusra-Front, syrischer Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Sie teilt die Ideologie des IS, ist aber mit ihm verfeindet.

  • Syrisches Regime

    Auch das syrische Militär geht gegen den IS vor. Kritiker werfen dem Regime jedoch vor, es greife vor allem andere Rebellen an und lassen die Extremisten gewähren. Auffällig ist, dass sich die meisten syrischen Luftangriffe nicht gegen den IS, sondern gegen Regionen unter Kontrolle anderer Gruppen richten.

Am vergangenen Freitag schnappten die Ermittler auch Abrini. Der Belgier habe bei der Vernehmung gestanden, der "Mann mit Hut" zu sein, der als mutmaßlicher dritter Attentäter vom Brüsseler Flughafen gesucht wurde. Der 31-Jährige gehörte seit den Pariser Anschlägen zu den meistgesuchten Männern in Europa. Er war zwei Tage vor den Anschlägen in Paris von einer Überwachungskamera zusammen mit Abdeslam gefilmt worden. Abdeslam sollte sich im November nach eigenen Angaben im Pariser Fußballstadion in die Luft sprengen, flüchtete jedoch und wurde am 18. März in Brüssel verhaftet. Er soll in den kommenden Tagen nach Frankreich ausgeliefert werden.

Terror in Brüssel "Deutschland muss jederzeit mit einem Anschlag rechnen"

Der IS hat sich zu den Anschlägen bekannt. Ein Sicherheitsexperte erklärt, wie die Attacken dem IS nützen, was die Situation in Molenbeek so gefährlich macht und warum die Behörden die Terroristen kaum überwachen können.

Terror in Belgien: Wie konnte das passieren? Quelle: Getty Images

Zudem wurde am Freitag Osama K. festgenommen - von belgischen Medien als der Schwede Osama Krayem identifiziert - der im Zusammenhang dem Angriff auf die Brüssler U-Bahn gesucht wurde, der parallel zum Anschlag auf den Flughafen stattfand. Wie andere Verdächtige der Anschlagsserien in Frankreich und Belgien soll er zunächst für die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) in Syrien gekämpft haben und im vergangenen Sommer in einem Flüchtlingsboot über Griechenland nach Europa gelangt sein.
Die belgischen Ermittler standen massiv in der Kritik nachdem bekanntgeworden war, dass die Anschläge von Paris in Brüssel organisiert wurden, von Männern, die der Polizei zum größten Teil bekannt waren. Offenbar erhielten die Attentäter Geld und Befehle direkt aus Syrien. Eine Entwarnung gaben die belgischen Behörden trotz der neuen Festnahmen nicht. Die jüngsten Erfolge seien zwar positiv, sagte Ministerpräsident Michel am Samstag. "Aber wir wissen, dass wir wachsam und vorsichtig bleiben müssen."

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