München: Was wir über den mutmaßlichen Täter wissen

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München: Was wir über den mutmaßlichen Täter wissen

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Im McDonald's am Olympia-Einkaufszentrum begann am frühen Freitagabend der Amoklauf des jungen Müncheners.

Ein Amoklauf und kein Terroranschlag: Der mutmaßliche Schütze von München war offenbar psychisch krank. Zudem gibt es einen schlimmen Verdacht.

Es war ein „klassischer Amoklauf“, kein von Islamisten gesteuerter Terrorakt. Das zumindest legen die ersten Ermittlungen der Sicherheitsbehörden nach den Schüssen von München nahe. Am Freitagabend waren zehn Menschen gestorben, einer von ihnen war der mutmaßliche Täter selbst. Er richtet sich nach seiner Tat offenbar selbst.

Die Leiche des 18-jährigen Schülers mit deutschem und iranischem Pass wurde rund einen Kilometer vom Tatort des Amoklaufs, einem Einkaufzentrum gefunden.
Noch am frühen Samstagmorgen durchsuchten Spezialkräfte die Wohnung des Täters. In ihr lebte der in Deutschland geborene junge Mann mit seinen Eltern und einem Bruder.

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Sicherheitsexperte Peil "Einzeltäter sind im Vorfeld kaum zu identifizieren"

Nach der Schießerei in München war lange unklar, ob es sich um einen Anschlag oder einen Amoklauf handelte. Die Polizei geht von Letzterem aus. Sicherheitsexperte Florian Peil erklärt das Vorgehen der Behörden.

Polizisten mit Sturmhauben stehen am 22.07.2016 in München am Eingang zur U-Bahn am Hauptbahnhof und sichern nach einer Schießerei das Gelände. Quelle: dpa

In der Wohnung fanden die Behörden keine Anzeichen für einen Bezug zur Terror-Organisation Islamischer Staat. Stattdessen entdeckten sie viele Hinweise, die auf die psychischen Verfassung des Täters schließen lassen.

Die Ermittler fanden Zeitungsartikel über Amokläufe und ein Buch mit dem Titel „Amok im Kopf. Warum Schüler töten“, wie der Münchener Polizeipräsident Hubertus Andrä in einer Pressekonferenz am Samstag mitteilte. Laut Andrä könne es zudem einen Zusammenhang zum Breivik-Amoklauf in Norwegen geben: „Diese Verbindung liegt auf der Hand.“ Am Freitag jährte sich das Blutbad von Utoya zum fünften Mal. Der mutmaßliche Todesschütze von München soll sich intensiv damit beschäftigt haben. Zudem stellten die Behörden „umfangreiche IT“ sicher. Die Auswertung dauere allerdings einige Zeit.

Der Münchner Polizei war der 18-jährige Täter bisher kaum aufgefallen. Er sei lediglich als Opfer einer Schlägerei unter Jugendlichen sowie eines Diebstahl im Kontakt mit den Beamten gewesen. Auch Nachbarn schilderten den Mann, der in München geboren wurde und aufwuchs, als freundlich oder unauffällig. Er lebte mit seinen Eltern sowie einem jüngeren Bruder in einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Maxvorstadt.

Die Polizei hat Hinweise darauf, dass der junge Mann psychisch erkrankt war und in psychiatrischer Behandlung war. Die Eltern des Mannes waren laut Andrä noch nicht vernehmungsfähig.

München "Es gibt keinerlei Anhaltspunkte für einen Bezug zum IS"

Nach der Schießerei in München hat die Polizei zehn Tote bestätigt, einer von ihnen war der Täter selbst. Am Mittag gab die Polizei weitere Informationen bekannt. Was wir wissen.

Quelle: dpa

Der Mann trug bei seinem Amoklauf offenbar eine illegale Pistole mit Kaliber 9-Millimeter bei sich. Die Seriennummer war ausgefräst und konnte noch nicht zugeordnet werden. Zudem habe er 300 Schuss in seinem Rucksack mit sich geführt. Wie der Täter an die Waffe und die Munition gelangt ist, müssten noch weitere Ermittlungen zeigen, erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft.

Die Polizei geht davon aus, dass der junge Mann seine Tat von langer Hand geplant hatte. So gäbe es Hinweise, dass der Täter mit einem gehackten Facebook-Profil Menschen in das den McDonald’s am Olympia-Einkaufszentrum locken wollte. „Kommt heute um 16 Uhr Meggi am OEZ“, stand in einem Facebook-Post, der auf Stunden vor der Tat datiert war. „Ich spendiere euch was wenn ihr wollt aber nicht zu teuer.“
In wie weit dieser Post wirklich vom Täter stammt, will die Polizei noch klären.

Mit Material von dpa und reuters

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