Münchner Sicherheitskonferenz: Guttenberg ganz gelassen

Münchner Sicherheitskonferenz: Guttenberg ganz gelassen

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Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg diskutierte am Freitag über die Sicherheit der weltweiten Handelsströme.

von Matthias Kamp

Für ein paar Stunden in die alte Heimat: Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in Deutschland seit drei Jahren zeigt der frühere Verteidigungsminister, dass er seine Zuhörer immer noch mitreißen kann.

Theodor zu Guttenberg sieht ein bisschen zerknittert aus, wie er da auf der Bühne der früheren Karmeliter-Kirche in der Münchner Innenstadt steht. „Es war schon ein eindrucksvolles Schnarchen neben mir im Flieger heute Nacht, das mich wach gehalten hat“, sagt er. Gelächter im Publikum Guttenberg ist erst vor ein paar Stunden aus den USA nach München gekommen, und er will auch nicht lange bleiben. Der Exil-Amerikaner spricht vor rund 200 Zuhörern über sein derzeitiges Lieblingsthema, die IT-Sicherheit. Direkt nach seinem Vortrag will Guttenberg wieder in den Flieger nach New York steigen.

 Schräg gegenüber im großen Ballsaal des Bayerischen Hofs eröffnet Bundespräsident Joachim Gauck gleichzeitig die 50. Münchner Sicherheitskonferenz. Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist gekommen, auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wird erwartet. Guttenberg hat mit dem ganzen Trubel nichts mehr zu tun, und das sei auch gut so, wie er vielleicht eine Spur zu deutlich betont. Es sei ihm egal, „ob da drüben jetzt ein großes Glühwürmchen ein Oberglühwürmchen trifft.“ Dieser Vortrag jetzt werde auch nicht „der 388. Comeback-Versuch.“

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Fast drei Jahre lebt Guttenberg jetzt in den USA. In New York hat er ein Unternehmen gegründet. Seine Heimat Deutschland gefällt ihm aber immer noch, doch Amerika sei ach nicht schlecht. „Ich könnte ja einen Antrag auf Einbürgerung stellen“, scherzt er, „und ich verspreche Ihnen, dass ich nicht abschreiben werde.“ Die Reaktion fällt wie gewünscht aus: Gelächter und Schenkelklopfen unter den Zuhörern, die der Bundesverband Deutscher Industrie an diesem Nachmittag geladen hat.

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Das betonte Understatement des früheren Ministers kann indes nicht darüber hinwegtäuschen, wie sehr er die große Bühne immer noch braucht, wie sehr er es genießt, wenn die Massen an seinen Lippen hängen. Und einen Satz kann er sich dann auch nicht verkneifen: „Es ist schon interessant, zu sehen, wie sehr die Journalisten in Deutschland in Schnappatmung geraten, wenn ich um die Ecke komme.“ Der Verlockung, ein Interview zu geben, erliegt er dennoch nicht; die Vernunft behält die Oberhand. Guttenberg lehnt jede Anfrage ab.

Fast 45 Minuten spricht Guttenberg über die rasant wachsende Gefahr von Cyberattacken. Der Vortrag ist fundiert und geschliffen. Dennoch hat man den Eindruck, dass manche der Zuhörer vor allem gekommen sind, um Guttenberg zu sehen, als etwas über Cyber-Security zu hören. Wie dem auch sei: Als der frühere Verteidigungsminister seine Präsentation schließt, will der Applaus kaum enden. Guttenberg strahlt.

 

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