Nach Bahn-Streik: Geplante Kooperation zwischen GDL und anderen Bahn-Gewerkschaften liegt auf Eis

Nach Bahn-Streik: Geplante Kooperation zwischen GDL und anderen Bahn-Gewerkschaften liegt auf Eis

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GDL-Vize Claus Weselsky

Das vom Vorstand der Deutschen Bahn geforderte Kooperationsabkommen zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und anderer Bahn-Gewerkschaften steht offenbar vor dem Aus.

In einem Interview mit der WirtschaftsWoche sagte der designierte GDL-Chef Claus Weselsky: „Tarifpolitische Abstimmung mag ja eine feine Sache sein. Aber wenn Bahn, Transnet und GDBA eine Verlängerung des Kündigungsschutzes beschließen und wir davon aus der Zeitung erfahren, ist dies kein besonderer Anreiz für uns, die Initiative zu ergreifen. Gut möglich, dass dieses Kooperationsabkommen nie zustande kommt.“

Weselsky, der am kommenden Dienstag auf der GDL-Generalversammlung zum Nachfolger von GDL-Chef Manfred Schell gewählt werden soll, kündigt in dem Magazin an, künftig auch die Zugbegleiter tarifpolitisch vertreten zu wollen, „sofern sich diese mehrheitlich entscheiden sollten, zu uns zu kommen“. Seit dem letzten Tarifkonflikt verzeichnet die Gewerkschaft der Lokführer laut Weselsky einen „vierstelligen“ Anstieg der Mitgliederzahlen.

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Für die Tarifrunde 2009 stellt Weselsky in der „WirtschaftsWoche“ moderate Forderungen der GDL in Aussicht: „Wir haben mit der Bahn ein neues Entgeltsystem ausgehandelt, wo man sicher noch an der einen oder anderen Schraube drehen kann. Aber eine 30-Prozent-Forderung gibt es mit Sicherheit nicht mehr. Wir werden vor allem Verbesserungen der Arbeitszeit fordern. Die 40-Stunden-Woche gilt zwar bis 2010.

Aber die Arbeitszeit muss besser verteilt werden, die derzeitige Struktur ist extrem familienunfreundlich.“ Eine Privatisierung – auch eine Teilprivatisierung – der Bahn lehnt der designierte GDL-Chef rundweg ab und prognostiziert „Streckenstilllegungen in großem Umfang“: Weselsky: „Die geplante Konstruktion bewirkt in der Praxis, dass die Betriebsgesellschaft und die Aktionäre die Hand aufhalten und dem Eigentümer Bund sagen: Wenn du die Strecken haben willst wie bisher, dann gib uns das Geld dafür. Am Schluss bezahlt das Ganze der Steuerzahler.“

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