Nach BER-Debakel: Bund steckt Millionen in Flughafen Tegel

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Nach BER-Debakel: Bund steckt Millionen in Flughafen Tegel

Weil der pannengeplagte Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg einfach nicht fertig wird, will der Bund den Flughafen Berlin-Tegel noch einmal für bis zu 50 Millionen Euro sanieren.

Der überlastete Flughafen Berlin-Tegel wird für bis zu 50 Millionen Euro modernisiert und erweitert. Investitionen von 30 Millionen Euro im Terminal sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur nahezu sicher. Diese Summe sei nötig, um den Betrieb aufrecht zu erhalten und den Passagieren ein Mindestmaß an Servicequalität bieten zu können, hieß es am Freitag aus zuverlässiger Quelle. Damit wurde ein Bericht der "Bild“-Zeitung vom selben Tag bestätigt. Unter anderem sollen neue Toiletten und Parkplätze gebaut sowie Klimaanlage und Heizung überholt werden. Der Aufsichtsrat wird in der Sitzung am kommenden Mittwoch über die Ertüchtigung von Tegel beraten.

Tegel muss noch mindestens zwei Jahre die Hauptlast des Berliner Luftverkehrs tragen, bis der Hauptstadtflughafen eröffnet ist. Das Milliardenprojekt in Schönefeld bei Berlin kämpft mit einer Fülle von Planungs- und Baumängeln. Anfang Januar wurde die Eröffnung auf unbestimmte Zeit verschoben. Als frühester Termin gilt der Wechsel zum Winterflugplan im Herbst 2014.

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Noch nicht klar ist, ob in Tegel auch das Terminal C für 20 Millionen Euro umgebaut wird. Das sei ein besonderer Wunsch der Fluggesellschaften, berichtete die "Bild“. Vor allem Air Berlin hat in Tegel inzwischen auch viel Umsteigeverkehr. Ein angebautes Zelt könnte durch eine Halle mit Abfertigungsschaltern, Sicherheitsschleusen und Gepäckbändern ersetzt werden. Dieser Plan sei unter den Gesellschaftern Bund, Berlin und Brandenburg wegen der Kosten umstritten, auch weil während der mehrmonatigen Bauzeit die Kapazität von Tegel sinken würde, hieß es aus dem Umfeld der Planer.

Der neue Aufsichtsratsvorsitzende, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), hatte Mitte Januar von einem „zweistelligen Millionen-Euro-Betrag“ gesprochen, der in Tegel investiert werden müsse.

Der Flughafen Tegel ist seit Jahrzehnten der wichtigste Airport Berlins. Mit 18,2 Millionen Passagieren 2012 und durchschnittlich 468 Flugbewegungen am Tag platzt er mittlerweile aus allen Nähten. Vor 20 Jahren wurden hier erst sieben Millionen Reisende abgefertigt, geplant war der Flughafen einst für gut sechs Millionen im Jahr.

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Eigentlich sollte er seit Oktober 2011 geschlossen sein. Doch weil der neue Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld noch immer nicht in Betrieb ist, wird in Tegel weitergeflogen. Dort muss nun auch Umsteigeverkehr der Gesellschaften Air Berlin und Lufthansa bewältigt werden, der eigentlich für den neuen Airport gedacht war.

Der nach dem Luftfahrtpionier Otto Lilienthal benannte Flughafen Tegel wurde 1948 im Westteil der Stadt angelegt. Während der Berlin-Blockade im Kalten Krieg in den Jahren 1948/49 entstand mit fast 2500 Metern die damals längste Lande- und Startbahn Europas. Erst von Januar 1960 an startete in Tegel auch ziviler Flugverkehr, betrieben von den alliierten Gesellschaften Air France und später auch British Airways und Pan American. Die Deutsche Lufthansa konnte Tegel erst nach der Wiedervereinigung im Oktober 1990 anfliegen. Heute hat die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hier ihre Heimatbasis.

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