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Nach Nürburgringdesaster: Auch CDU fordert Becks Rücktritt

Die Rücktrittsforderungen gegen den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) wegen des Nürburgring-Debakels werden lauter. Nach der FDP und dem Bund der Steuerzahler dringt auch die CDU darauf.

Kurt Beck Quelle: dpa
Traum geplatzt. Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) bestätigte, dass die weitgehend landeseigene Nürburgring GmbH Insolvenz anmeldet Quelle: dpa

„Das haben wir schon längst gefordert. Die Forderung besteht nach wie vor“, sagte CDU-Fraktions- und Landeschefin Julia Klöckner am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in Mainz. Die Situation „hat sich genauso verschärft wie ich es vorausgesagt habe“. Die SPD in Rheinland-Pfalz steht nach Worten von Generalsekretär Alexander Schweitzer aber hinter dem Regierungs- und Parteichef. Die staatliche Nürburgring GmbH ist praktisch pleite, weil die EU-Kommission eine Finanzspritze des Landes nicht genehmigen will.

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Flughafen Leipzig/Halle

1994 wollte Sachsens damaliger Landesvater Kurt Biedenkopf (CDU) Leipzig, der einstigen DDR-Messehochburg ein Tor zur Welt zu bauen. Seit der deutschen Wiedervereinigung hatte der Landeplatz Leipzig/Halle von 600 000 auf gut zwei Millionen Kunden zugelegt. „Bald werden wir mehr als sechs Millionen Passagiere haben“, frohlockte der damalige Geschäftsführer Wolfgang Hesse und investierte eine Milliarde Euro, größtenteils in einen Terminal für 4,5 Millionen Passagiere pro Jahr.

Doch die Hoffnungen entpuppten sich als Größenwahn. Das Passagierwachstum stockte bereits, als der Terminal öffnete. 2011 hatte Leipzig/Halle gerade mal 86 000 mehr als vor eineinhalb Jahrzehnten. 

Bild: Uwe Schoßig

Vor einigen Jahren hatte die damalige SPD-Alleinregierung rund 330 Millionen Euro in den Ausbau des Rings gesteckt. Der Freizeitpark ist ein Prestigeprojekt von Beck, es kommen aber viel weniger Besucher als erwartet. Nun müssen eine Rücklage von 254 Millionen Euro im Landeshaushalt sowie etwa weitere 80 Millionen Euro verwendet werden, um die Landesbürgschaft für einen Kredit zu decken. „Hier wird niemand von Bord gehen. Wir werden die Probleme lösen“, sagte SPD-Generalsekretär Schweitzer.

1,3 Millionen Euro für mitdenkende Fußböden

Das Bundesforschungsministerium (BMBF) kümmert sich um mitdenkende Fußböden in Wohnungen, Hotels, Seniorenheimen und Kreuzfahrtschiffen. „Sensfloor“ heißt das Subventionsprojekt. Entwickelt werden soll ein sensorischer Bodenbelag, „der Senioren unauffällig zu mehr Sicherheit und Komfort“ verhelfen soll. Dazu gehört „beispielsweise das automatische Anschalten des Lichts, sobald nachts jemand im Zimmer den Boden betritt“.

1,3 Millionen Euro fließen in den „Sensfloor“. Neben zwei Universitäten erhält die Future-Shape GmbH mit knapp 900.000 Euro den Löwenanteil. Aber auch die Meyer Werft GmbH, die unter anderem die AIDA-Kreuzfahrtschiffe baut, wird bezuschusst (rund 23.000 Euro). „Mit dem demografischen Wandel eröffnen sich für die Wirtschaft viele neue Marktchancen. Senioren sind eine wachsende und zum erheblichen Teil auch durchaus zahlungskräftige Zielgruppe, die genau weiß, was sie will“, heißt es in der Projektbeschreibung. Der Bund der Steuerzahler versteht deswegen nicht, warum hier Subventionen nötig sind.

Bild: dpa

Es gebe „die starke Erwartungshaltung in der rheinland-pfälzischen SPD“, dass Beck im November wieder als Landesvorsitzender für zwei Jahre kandidieren solle. Schweitzer räumte Fehler wegen des Ring-Ausbaus in der Eifel ein: „Man muss heute davon ausgehen, dass das, was da hingestellt wurde, zu groß ist.“ Es habe Fehleinschätzungen gegeben. „Wir werden selbstverständlich unserer Verantwortung gerecht werden.“

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 20.07.2012, 22:21 Uhrshadowdancer

    In der Formel 1 wird genug Geld verdient und verschwendet, da muß nicht der Steuerzahler auch noch ran ! Wer es mag, soll dafür auch zahlen - dann ist es ok !

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