Nach Wahlerfolgen: AfD steigt in der Wählergunst auf Rekordwert

Nach Wahlerfolgen: AfD steigt in der Wählergunst auf Rekordwert

, aktualisiert 21. September 2014, 12:40 Uhr

Die AfD bleibt auf Erfolgskurs. In der Sonntagsfrage hat sie in der Wählergunst   den höchsten Wert seit ihrer Gründung erreicht. CSU-Generalsekretär Scheuer bezeichnet die AfD hingegen als "Abstieg für Deutschland".

Nach ihren Wahlerfolgen in Brandenburg und Thüringen hat die Alternative für Deutschland (AfD) laut einer Umfrage bundesweit in der Wählergunst den höchsten Stand seit ihrer Gründung erreicht. Die Partei kommt im Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts Emnid und der "Bild am Sonntag" auf acht Prozent, ein Punkt mehr als vor einer Woche.

Einen Punkt weniger erzielt dagegen die Union, die der vorab veröffentlichten Erhebung zufolge auf 40 Prozent kommt. Unverändert bleiben demnach die Werte von SPD (25 Prozent), Linkspartei (neun Prozent), Grünen (neun Prozent) und FDP (drei Prozent).

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Insgesamt überlegt einer weiteren Emnid-Umfrage zufolge jeder fünfte Deutsche, bei der nächsten Bundestagswahl der AfD seine Stimme zu geben.

Wahlerfolge in Brandenburg und Thüringen Die AfD triumphiert – und wird konservativer

Die „Alternative für Deutschland“ erreicht in Thüringen und Brandenburg zweistellige Wahlergebnisse. Ein Riesenerfolg. Damit ist die Richtungsdebatte in der Partei endgültig entschieden.

Bernd Lucke und Alexander Gauland bejubeln den Wahlerfolg der AfD in Thüringen und Brandenburg Quelle: dpa

Vor zwei Wochen habe das Wählerpotential allerdings noch bei 22 Prozent gelegen. 59 Prozent der Bundesbürger glaubten, dass die AfD im nächsten Bundestag vertreten sein werde. 78 Prozent der Deutschen seien aber davon überzeugt, dass die AfD ihre politischen Ziele wie die Abschaffung des Euro, die Eindämmung der Kriminalität oder die Erhöhung der Geburtenrate in einer Regierungsbeteiligung nicht umsetzen könnte.

Stimmen zu den Wahlen in Thüringen und Brandenburg

  • Sigmar Gabriel zur AfD

    „Wir müssen uns härter und offensiver mit der AfD und ihrem Programm auseinandersetzen.“

  • Bernd Lucke zu den Altparteien

    „Man kann es einfach nicht mehr abstreiten, die Bürger dürsten nach einer politischen Erneuerung im Lande. Sie dürsten nach dieser Erneuerung, weil sie die Profillosigkeit der Alt-Parteien satt haben.“

  • Christoph Matschie, Chef der Thüringer SPD zur Wahlniederlage

    „Das ist ein bitteres Ergebnis für die SPD, das müssen wir akzeptieren und tapfer tragen.“

  • Michael Schierack, Brandenburgs CDU-Chef zur SPD

    „Rot-Rot hat sich überlebt.“

  • Christian Lindner, FDP-Parteivorsitzender zum Wahlergebnis

    „Die Durststrecke der FDP ist noch nicht zu Ende.“

  • Gregor Beyer, die FDP-Spitze in Brandenburg, zu seinem Rücktritt

    „Es ist mehr als billig, die politische Verantwortung zu übernehmen.“

  • Peter Tauber, CDU-Generalsekretär, zum Wahlergebnis der AfD

    „Die AfD ist eine Herausforderung für alle Parteien. Wir sehen sie nicht als Partner.“

AfD sei ein Abstieg für Deutschland

Der Erfolg der AfD macht den großen Parteien offenbar zu schaffen. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer erkennt in ihr mittlerweile eine ernstzunehmende Konkurrenz. "Die Stimmungen ändern sich heutzutage sehr schnell. Niemand kann sie für drei Jahre vorhersagen. Aber ich gehe davon aus, dass die AfD 2017 ein ernsthafter Mitbewerber sein wird", sagte der CSU-Vorsitzende der "Bild am Sonntag". Ein Bündnis mit den Eurokritikern schließt er nicht für alle Zeiten aus: "Aber solange es die Partei nicht schafft, sich von den rechtsradikalen Elementen zu trennen, kommt für mich eine Koalition nicht infrage." Seehofer forderte: "Wir dürfen uns jetzt nicht zurücklehnen, sondern müssen die AfD inhaltlich stellen."

Populisten unter sich Herr Sarrazin zu Gast bei der AfD

Thilo Sarrazin und die SPD, das ist eine ziemlich schwierige Geschichte, spätestens seit dem Buch „Deutschland schafft sich ab“. Nun ist er ausgerechnet bei einer AfD-Veranstaltung aufgetreten. Will er Mitglied werden?

Thilo Sarrazin (SPD) unterhält sich in Bad Iburg mit dem niedersächsischen AfD-Landesvorsitzenden Armin Paul Hampel. Quelle: dpa

Derweil wird der Umgangston der AfD-Gegner rauer. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat die Alternative für Deutschland scharf attackiert. „Für mich ist diese Partei Abstieg für Deutschland“, sagte Scheuer am Samstag auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Inzell. „Das sind die Provokateure der Republik.“

Scheuer warf der AfD vor, die Bevölkerung „vergackeiern“ zu wollen. Zugleich lästerte er offen über den AfD-Europaparlamentarier Hans-Olaf Henkel und den ehemaligen Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin, der bei einer Parteiveranstaltung der AfD aufgetreten war: Die AfD sei offenbar „ein Sammelsurium von abgehalfterten, furchtbaren Dazwischenquatschern und Quertreibern“.

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