Nach Zutrittsverbot für Flüchtlinge: Kritik an Freiburger Clubbesitzern wird lauter

Nach Zutrittsverbot für Flüchtlinge: Kritik an Freiburger Clubbesitzern wird lauter

, aktualisiert 24. Januar 2016, 16:17 Uhr
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Einige Freiburger Clubs sahen zuletzt keine andere Möglichkeit und sperrten Flüchtlinge nach Beschwerden über Übergriffe aus. Die Politik sieht das kritisch.

Quelle:Handelsblatt Online

Nachdem einige Freiburger Clubs wegen angeblicher sexueller Übergriffe Flüchtlinge an ihren Türen abgewiesen haben, kocht die Debatte hoch. Der Gaststättenverband betont, die Probleme seien kein Massenphänomen.

Freiburg/ StuttgartBaden-Württembergs Gastronomen haben nach Erkenntnis des Gaststättenverbands Dehoga bisher nur selten Probleme mit Ausländern gehabt. Die Fälle, die die Organisation bisher erreicht hätten, ließen sich an einer Hand abzählen, sagte Dehoga-Sprecher Daniel Ohl am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. „Es ist wirklich kein Massenphänomen.“ Natürlich werde nicht jede Verstimmung mit Gästen gleich dem Verband gemeldet. Würde es allerdings vielerorts Probleme geben, wüsste er davon, so Ohl.

Der Sprecher reagierte damit auf einen Bericht der „Badischen Zeitung“, wonach Flüchtlinge derzeit in Freiburg Probleme haben, ungehindert Diskotheken und Clubs zu besuchen. Die Betreiber würden dies unter anderem mit angeblich sexuellen Belästigungen von Frauen durch Ausländer begründen, berichtete das Blatt.

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Der Freiburger Polizei sind bisher keine sexuellen Übergriffe von Migranten bekannt, auch hat sie keine erhöhte Kriminalität im Umfeld der Diskotheken festgestellt. Der Club „White Rabbit“ schrieb der „Badischen Zeitung“ vor Veröffentlichung des Artikels in einer E-Mail: „Wir tolerieren weder Sexismus, Aggressivität oder gar Gewalt, noch ausgrenzendes Verhalten gegenüber Menschen wegen ihres Geschlechts, sexueller Zugehörigkeit, Herkunft, oder Religion. Wer sich damit nicht identifizieren kann, sollte keine Clubkarte beantragen.“

Später stellte der Club diese E-Mail auf Facebook. „Momentan arbeiten wir intensiv daran, wie wir z.B. Geflüchtete besser in das Nachtleben integrieren können“, hieß es weiter. Bei dem Club war zunächst niemand persönlich für eine Stellungnahme erreichbar.

Die Stadt Freiburg will in der Angelegenheit die Clubbetreiber nun zu einem runden Tisch einladen, denn die Verantwortlichen finden die pauschalen Zutrittsbeschränkungen recht problematisch. Der Freiburger Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach sagte der Online-Ausgabe der „Badischen Zeitung“ zu den verhängten Zutrittsbeschränkungen: „Eine solche Regelung verstößt gegen das Diskriminierungsverbot“.

Von Kirchbach sagte dem Blatt, es könne nicht eine ganze Gruppe für das Fehlverhalten einiger weniger bestraft werden. Gleichzeitig dürfe es bei Straftaten aber auch keine Spielräume und keine falsch verstandene Toleranz geben. Er sprach sich für das konsequente Verhängen von Hausverboten aus. Zeitnah solle nun bei einem runden Tisch mit den Betreibern über die Reaktion gesprochen werden.

Der innenpolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, nannte solch ein Clubverbot klar rechtswidrig. „Niemand muss im Rechtsstaat für die Fehler anderer eintreten. Sonst wäre Diskriminierung Tür und Tor geöffnet“, erklärte Beck in Berlin.

Quellle:  Handelsblatt Online
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