Nachhaltigkeitsgipfel: Deutsche Energiewende als Vorbild

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KommentarNachhaltigkeitsgipfel: Deutsche Energiewende als Vorbild

von Cordula Tutt

Fernab der Heimat und zu Beginn des Nachhaltigkeitsgipfels der Uno in Rio wirbt Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) für den deutschen Weg: Raus aus der Atomkraft und rein in die erneuerbaren Energien sei ein Erfolgsmodell für andere Länder.

Die deutsche Energiewende taugt nicht nur für Ärger zuhause, weil vieles nicht im Zeitplan läuft oder kaum zusammen geht. Bundesumweltminister Peter Altmaier sieht sich beim Nachhaltigkeitsgipfel Rio +20 der Uno auch als Handlungsreisender, um anderen Ländern vom deutschen Großprojekt vorzuschwärmen. Im deutschen Pavillon, der aussieht wie eine riesige, grob gezimmerte Überseekiste, erklärt er bei seiner ersten internationalen Reise als Umweltminister den Gästen: „Es ist eine Erfolgsgeschichte, aber sie ist nicht Ergebnis einer cleveren Strategie, die schon von Beginn an da war.“ Der sprachgewandte Altmaier parliert auf englisch über das Großprojekt mit noch ungewissem Ausgang. Dabei bleibt er natürlich bei der Wahrheit, er lässt nur ein paar Details aus, die zeigen würden, dass es bei dieser „Revolution“ ordentlich rumpelt.

Deutschland liebt die Energiewende
Über alle Parteigrenzen hinweg hätten sich die Politiker vor einigen Jahren geeinigt, Investitionen in Erneuerbare zu subventionieren, so erzählt Altmaier, dem internationalen Publikum. Diese Idee habe enormen Schub gebracht „in einer Zeit niedriger Zinsen, als das klassische Sparen wenig Erfolg verhieß“. Umweltminister war damals ein Grüner namens Jürgen Trittin, aber dieses Detail tut heute nichts zur Sache. Jahrelang hätten viele im Land die Stromgewinnung aus Sonne, Wind und Wasser dann als „Spielerei“ des Umweltministers betrachtet. Das habe sich mit der Atomkatastrophe in Fukushima geändert, als die deutsche Regierung den Ausstieg aus der Kernkraft beschlossen habe. Allerdings: „Einige Hinterbänkler meiner Partei haben das vor einem Jahr noch als verhängnisvollen Fehler bezeichnet.“ Die Bezeichnung Hinterbänkler würden einige Wirtschaftspolitiker der Union ungern auf sich beziehen. Doch die Kritik sei verstummt, gibt Altmaier stolz zum Besten.

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Umkehr ist undenkbar

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Sogar die Solarenergie sei ein Erfolg in seinem Land, das nicht immer von der Sonne gesegnet sei. Bald trügen sich Investitionen in Sonnenstrom auch ohne staatliche Stütze. Je mehr Menschen auf der Erde lebten, desto mehr bräuchten sie Energie aus erneuerbaren Quellen, wirbt Altmaier. „Jetzt müssen wir aus dem nationalen Projekt eine internationale Dimension entwickeln. Wir müssen unsere Botschaft in die Welt tragen.“ Am Ende kommt der Minister doch auf eine Schwierigkeit zu sprechen. „Die Herausforderung ist, bezahlbaren Strom zu produzieren.“ Die Produzenten von nachhaltiger Energie würden bereits per Subvention gefördert, energieintensive Unternehmen seien von dieser Umlage auf die Verbraucher ausgenommen - ebenfalls eine Subvention. Jetzt verlangten die Betreiber herkömmlicher Kraftwerke auch Hilfe, damit sich ihr Geschäft noch lohne. Und Geringverdiener forderten womöglich auch Entlastung bei der Stromrechnung. „Dann wird aber alles subventioniert und das geht nicht.“
Dann wischt er aber die Bedenken fort und holt aus zu einem großen Vergleich. Energie werde künftig nicht mehr zentral von wenigen erzeugt, sondern dezentral von vielen. Das sei, sagt der iPhone-Freund, der gerne oben auf dem Diskussionspodium zwischendurch seine Nachrichten liest, wie mit dem Fortschritt im Computerzeitalter. Früher hätten wenige Menschen riesige Computer gehabt, heute hätten fast alle einen oder mehrere kleine davon. Altmaier: „Es ist also falsch, wieder umkehren zu wollen. Wer das will, hat noch nicht verstanden.“

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