Nährwert: Lebensmittel: Mehr Informationen für Verbraucher

Nährwert: Lebensmittel: Mehr Informationen für Verbraucher

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Verbraucherin mit Lebensmittel-Verpackungen

Einkaufen im Supermarkt? Doch wie gesund sind die Lebensmittel, die in den Regalen stehen? Verbraucherschützer haben schon lange mehr Informationen für die Konsumenten gefordert. Jetzt will die Politik endlich handeln.

Unübersichtliche und irreführende Informationen zum Nährwert von Lebensmitteln sollen nach dem Willen der EU-Kommission schon bald der Vergangenheit angehören. Künftig soll die abgepackte Ware grundsätzlich mit Angaben zum Fett-, Zucker- und Salzgehalt versehen werden. Ausgenommen sind nach dem heute in Brüssel vorgelegten Gesetzentwurf lediglich Frischprodukte wie Obst, Gemüse oder rohes Fleisch sowie alkoholische Getränke.

Alle anderen Nahrungsmittel und auch Mischgetränke wie Alkopops sollen mit den Informationen versehen werden. Den Verbrauchern solle ermöglicht werden, „sich für eine ausgewogene Ernährung zu entscheiden“, erklärte EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou. Dazu sollen künftig auf allen Lebensmittelpackungen sechs Elemente aufgeführt werden: Energiegehalt (in Kilojoule), Kohlenhydrate unter spezieller Nennung von Zucker und Salz, Fettgehalt und Anteil gesättigter Fettsäuren je 100 Milliliter oder Gramm des Produkts.

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Forderungen von Verbraucherschutzorganisationen nach der Einführung des einfacheren britischen „Ampelsystems“ in ganz Europa wies Kyprianou zurück. Die Reduzierung der Nährwertinformationen auf rote, gelbe und grüne Symbole „könnte zu einer übertriebenen Vereinfachung führen“, sagte der Gesundheitskommissar. Bei der Ampel wird jeweils der Gehalt an Fett, Salz, Zucker und gesättigten Fettsäuren farblich ausgewiesen. Rot steht für einen hohen, Gelb für einen mittleren und Grün für einen niedrigen Gehalt.

Die Bedenken erläuterte ein Kommissionsbeamter am Beispiel von Margarine: Diese wäre nach dem Ampelsystem immer als rot zu kennzeichnen, egal ob fettreduziert oder nicht. Das Ampelsystem dürfe aber zusätzlich zu den Mengenangaben verwendet werden, sagte Kyprianou.

Kritik vom deutschen Einzelhandel

Bundesverbraucherminister Horst Seehofer sprach sich für eine kundenfreundliche Kennzeichnung von Lebensmitteln in der EU aus. „Wir brauchen eine vernünftige Information“, sagte der CSU-Politiker in Berlin. Sie müsse ohne Lupe zu lesen und nicht nur für Mathematiker zu verstehen sein. Der Minister plädierte bei der Kennzeichnung für einen „vernünftigen Weg zwischen Ampel und Arzneimittel-Beipackzettel“.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) reagierte enttäuscht auf die Brüsseler Pläne: „Damit überspannt die Kommission den Bogen“, sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die Vorgaben seien so unflexibel, dass die Unternehmen „wenig bis gar keinen Spielraum bei der konkreten Umsetzung auf der Verpackung“ hätten. Der HDE forderte Seehofer auf, sich wie früher angekündigt für eine freiwillige Kennzeichnung einzusetzen. Seit längerem setzen sich Verbrauchervertreter für das britische „Ampelsystem“ ein. „Die Industrie scheut das wie der Teufel das Weihwasser, denn damit bekämen die Kunden mit einem roten Punkt sofort leicht verständlich signalisiert, wenn viel Zucker enthalten ist“, sagte Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“.

Neben der allgemeinen Informationspflicht zum Nährwertgehalt schlug die Kommission auch strengere Regeln für Herkunftsbezeichnungen vor: Wolle ein Produzent etwa eine Pastasoße mit dem Zusatz „hergestellt in Italien“ kennzeichnen, verwende darin aber wesentliche Zutaten aus einem anderen Mitgliedstaat, so müsse er auf diesen Umstand hinweisen. Die Angabe müsste dann etwa „Tomatensoße aus Italien mit griechischen Oliven“ lauten.

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