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Netzpolitik: Wirtschaftsvertreter fordern Kehrtwende bei Internetpolitik

von Sebastian Matthes

Wirtschaftsvertreter rufen die deutsche Politik zu einem Umdenken in Sachen Netzpolitik auf. Unter anderem fordert der Wirtschaftsrat, den ohnehin schon starken Datenschutz in Deutschland nicht weiter zu verschärfen

"Politiker sehen im Netz vor allem die Risiken – nicht aber die Chancen", sagt der Generalsekretär des Wirtschaftsrats der CDU, Wolfgang Steiger der WirtschaftsWoche. Dabei sei die Informationstechnologie "der Maschinenbau des 21. Jahrhunderts". Die Branche wachse in Deutschland jedes Jahr um acht Prozent, beschäftige 360 000 Mitarbeiter und setzte 110 Milliarden Euro um.

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In einer Umfrage unter 10.000 Mitgliedern des Wirtschaftsrats gaben die meisten Unternehmen an, dass ihr Geschäft ohne das Internet kaum noch möglich sei. Allerdings bemängelten 32 Prozent der Befragten, die Netz-Versorgung sei allenfalls ausreichend bis unzureichend. Klar bezogen sie Stellung in Sachen Netzneutralität: 55 Prozent der Unternehmen geben an, dass künftig keine ausgewählten Datenpakete vorrangig durch das Internet transportiert werden dürfen. Der Wirtschaftsrat hat deshalb einen Forderungskatalog an die Politik aufgestellt, der der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt.

Zuständigkeiten bündeln

Darin fordern die Experten, den ohnehin schon starken Datenschutz in Deutschland nicht weiter zu verschärfen – sondern die Regeln international anzugleichen. Zudem, so die Wirtschaftsvertreter, sollten die 16 unabhängigen Datenschutzbehörden In Deutschland zugunsten einer bundesweit zuständigen Behörde aufzulösen. Auch in Sachen Netzsperren stellt sich der Wirtschaftsrat gegen die Unionslinie. Das Instrument sei wenig effizient. "Stattdessen muss die internationale Kooperation der Strafverfolgung verbessert werden", sagt Dorothee Belz aus der Microsoft-Geschäftsführung, die den Internet-Arbeitskreis des Wirtschaftsrats leitet.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 18.10.2011, 18:49 UhrAnonymer Benutzer: LeutchtturmPirat

    1.
    Datenschutz wurde nie strenger. Nur die Lockerungen gingen nicht so schnell wie interessante business cases mit dem Gebrauch fremder Daten ersonnen wurden.
    Mein Tip an die industrie: Einfach mal den Werbeetat in bessere Produkte investieren.

    2.
    Datenschutzbehörden der Länder auflösen?
    Die müssen unangetastet bleiben bzw. besser noch mehr Ausstattung erhalten. Schon jetzt fehlt es in Flächenländern an Ressourcen, damit Eingaben am anderen Ende des Landes nachgegangen werden kann. Eine zentrale behörde kann nicht einmal das leisten.

  • 01.10.2011, 14:02 UhrAnonymer Benutzer: Tom

    @Störtebeker Das sind die Leute die in der Union schon die ganze Zeit da waren, aber in der Vergangenheit kein Gehör fanden, weil sie keinen Einfluss haben.

    Die wollen aber nicht unbedingt das Gleiche was die Piraten fordern und ihr Hauptproblem ist, dass sie immer noch in der CDU sind und sich mit den griesgrämigen bayern arrangieren müssen, deren Hauptkompetenz das Führen von Traktoren und Dummschwätzen bei den anschließenden betriebsfeiern ist.

    Wobei die CSU die Chance gehabt hätte von den bauern noch was anderes über das Netz zu lernen, als dass ein Chip im Ohr eine feine Sache ist. Die meisten bauern sind da inzwischen weiter als die Politiker, wie ein blick in die Landwirtschaftsforen im Netz zeigt.

    Die CDU hat was von einem Rindvieh. Vorn stopft man frische ideen hinein, die werden dann in den Ausschüssen zu einem brei wiedergekäut und wann es dann durch die Absorptionszone der Dummschwätzer durch ist, wundert man sich was hinten als Gesetz wieder herauskommt.

  • 30.09.2011, 17:55 UhrAnonymer Benutzer: Störtebeker

    Die "Piraten" zeigen Wirkung.

    Aber so schnell schon ?

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