Neue Denkschrift: Wende der EKD: Frieden mit dem Kapital

Neue Denkschrift: Wende der EKD: Frieden mit dem Kapital

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Der Bischof und Ratspräsident der EKD, Wolfgang Huber

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bereitet eine Aussöhnung mit dem Konzept der Sozialen Marktwirtschaft und damit eine Abkehr von den teilweise Wirtschafts- und Globalisierungskritischen Positionen der Vergangenheit vor.

Das geht aus einer noch vertraulich gehaltenen Unternehmensdenkschrift der EKD hervor, die der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber und der Vorsitzenden der Kammer für Soziale Verantwortung, Gert Wagner, kommenden Mittwoch vorstellen wollen. In der Denkschrift unter dem Titel („Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive“), die der WirtschaftsWoche vorliegt, wird die soziale Marktwirtschaft ausdrücklich gelobt - „in ihr verwirklichen sich ursprünglich protestantische Werthaltungen“. Auch der Rolle des Unternehmers wird von der EKD gewürdigt: „Unternehmerisches Handeln ist von zentraler Bedeutung für Innovation, Wertschöpfung und gesamtgesellschaftlichen Wohlstand. Moderne Gesellschaften brauchen Menschen, die bereit sind, unternehmerische Verantwortung zu übernehmen.“

Gerade in der heutigen Lage in Deutschland, so heißt es in der Denkschrift der Evangelischen Kirche, werde deutlich, „dass sich hoher Wohlstand und die Beteiligung möglichst aller an der Gesellschaft nicht nur durch Verteilung des bereits vorhandenen Vermögens erreichen lässt“. In einem bestimmten Ordnungsrahmen von Wettbewerb und sozialem Ausgleich könne „Streben nach persönlichem Wohlergehen zugleich zum Wohlstand aller führen“. Auch die Globalisierung wird in dem Kirchen-Papier im wesentlich positiv bilanziert. Denn sie „eröffnet ärmeren Ländern die Möglichkeit, von Investitionen ausländischer Unternehmen zu profitieren, offene Märkte zu nutzen und ihr allgemeines Sozial- und Wohlstandsniveau zu verbessern“. Jetzt komme es darauf an, das Konzept der sozialen Marktwirtschaft „weltweit tragfähig zu machen“.

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Auch bei den vielfach von Wirtschaftskritikern gescholtenen Finanzinvestoren warnt die EKD vor Pauschalverurteilungen. Schließlich könnten Beteiligungsgesellschaften „zur Lösung mittelständischer Finanzierungsprobleme beitragen“, den „langfristigen Unternehmenserfolg“ fördern und „mittelfristig neue Stellen schaffen“, heißt es in der Denkschrift, die dem Magazin vorliegt.

Allerdings kritisiert die Denkschrift Auswüchse des Kapitalmarktkapitalismus. „Besonders beunruhigend“ sei oftmals „die Tatsache des Abbaus von Arbeitsplätzen in gut verdienenden Unternehmen“. Auch zerstörten „unverhältnismäßig hohe Gehälter von Managern das Vertrauen der Menschen in die Wirtschaft“. In der „öffentlichen Wahrnehmung“ dominiere heute ein „Unternehmertyp, der die Grundwerte der sozialen Marktwirtschaft nicht mehr repräsentiert: Es ist der Manager eines Großbetriebs, der nur eine möglichst hohe Dividende für die Anteilseigner im Blick hat, dabei wenig Rücksicht auf die Beschäftigten nimmt“. Diesem Bild stellt die Denkschrift das Bild des Familienunternehmers entgegen, der oftmals eine stärkere Bindung zu seinen Mitarbeitern habe.

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