Neuer Arbeitgeberpräsident: Ingo Kramer muss das Schlimmste verhindern

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Neuer Arbeitgeberpräsident: Ingo Kramer muss das Schlimmste verhindern

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Ingo Kramer ist designierter neuer Präsident des BDA

von Bert Losse

Der neue Arbeitgeberchef muss den Einflussverlust der Wirtschaftsverbände stoppen und die weitere Reglementierung des Arbeitsmarktes durch die große Koalition verhindern. Ist er dafür der Richtige?

Schwieriger könnte ein Amtsantritt kaum sein: Wenn die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) an diesem Montag in Berlin den Familienunternehmer Ingo Kramer zu ihrem neuen Präsidenten wählt, feilschen nicht weit entfernt Union und SPD um ihren Koalitionsvertrag. Klar ist: Als Begrüßungsgeschenk für den neuen BDA-Chef gibt es einen Strauß neuer Regulierungen, mit denen die neue Regierung den Arbeitsmarkt zubetonieren will – einschließlich eines (die Tarifautonomie unterhöhlenden) Mindestlohns. Dem 60-jährigen Kramer, der in dritter Generation einen Maschinen- und Anlagenbaubetrieb in Bremerhaven führt, fällt nun die Schlüsselrolle zu, aus Sicht der Arbeitgeber das Schlimmste zu verhindern. Anders als Vorgänger Dieter Hundt, der die BDA 17 Jahre lang führte, drängte es den gelernten Wirtschaftsingenieur bisher allerdings nicht übermäßig an die Öffentlichkeit. Obgleich seit zehn Jahren BDA-Präsidiumsmitglied, beschränkte Kramer seinen Wirkungskreis auf den Norden – als Präsident des Arbeitgeberverbands Nordmetall und der IHK Bremerhaven. Jetzt muss sich der hanseatisch-zurückhaltende Unternehmer auf der Berliner Bühne beweisen.

Die Firma: Breit aufgestellt

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Vor 112 Jahren machte sich Ingo Kramers Großvater mit einer Kupferschmiede selbstständig. Heute ist die Bremerhavener Firmengruppe J. Heinr. Kramer ungleich breiter aufgestellt. Sie stellt in Einzelfertigung Maschinen und Anlagen für diverse Branchen her, etwa für Petrochemie, Energiewirtschaft, Lebensmittelindustrie und Schiffbau. Kramer ist Geschäftsführender Gesellschafter des Familienbetriebs und wird von drei angestellten Geschäftsführern unterstützt.

Nach einem kurzen Zwischenspiel bei Mannesmann/Demag stieg Kramer bereits mit 29 Jahren in den väterlichen Betrieb ein. Heute hat das Unternehmen 260 Mitarbeiter und macht einen Jahresumsatz von rund 35 Millionen Euro. Sehr globalisiert ist der Betrieb nicht; ein Großteil der Aufträge kommt aus Norddeutschland. Allerdings gibt es immer wieder Highlights auch im Auslandsgeschäft, etwa die Forschungsstation Neumayer in der Antarktis. Hier guckt Chef Kramer auch schon mal persönlich nach dem Rechten.

Medienbericht Kramer soll neuer Arbeitgeberchef werden

An der Spitze des Arbeitgeberverbands BDA bahnt sich ein Führungswechsel an. Der bisherige Chef, Dieter Hundt, will auf eine weitere Kandidatur verzichten. Einen Nachfolger hat er bereits ausgeguckt.

Der bisherige BDA-Chef, Dieter Hundt, will nicht noch einmal für sein Amt kandidieren. Quelle: Reuters

Vorlieben: Tatsächlich weg

Der vierfache Vater Kramer ist ein Familienmensch und legt größten Wert auf private Freiräume. Sein Credo: „Ich bin nicht der Typ Workaholic, der denkt, dass es ohne ihn nicht geht.“ Leicht verzweifelt heißt es bei Nordmetall: „Wenn er Urlaub macht, ist er tatsächlich weg und für uns nicht greifbar.“ Kramer ist passionierter Segler und besitzt ein Boot an der Flensburger Förde. Einmal im Jahr segelt er mit alten Studienfreunden eine Woche über die Ostsee. Sein zweites Hobby: Radfahren. Mit seiner Frau, einer Bremerin, strampelte er 2012 von Bremerhaven bis nach Koblenz. Sein politisches Steckenpferd ist die Bildungspolitik. 2008 rief er mit Nordmetall das Projekt Nordchance ins Leben, das lernschwache Jugendliche an das Arbeitsleben heranführt und Lehrstellen vermittelt.

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