Neuer Bundesbank-Chef: Jens Weidmann: Merkels Wunschkandidat

Neuer Bundesbank-Chef: Jens Weidmann: Merkels Wunschkandidat

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Jens Weidmann im Bundestag

Jens Weidmann ist der neue Chef der Bundesbank. Trotz diverser Vorbehalte aus den Parteien beerbt er Axel Weber. Merkels Ex-Wirtschaftsberater ist der jüngste Bundesbankpräsident der Geschichte. Wer ist der Mann? Ein Portrait.

Jens Weidmann war Wunschkandidat der Kanzlerin Angela Merkel. Er ist nach Axel Webers der neue Chef der Bundesbank.

Weidmann gilt als zielstrebig, entschlossen und stressresistent. Das schätzt Merkel an dem 42-Jährigen, der neben ihrer Büroleiterin Beate Baumann und dem Außenberater Christoph Heusgen zu den engsten Vertrauten der Kanzlerin gehört. Angela Merkel lässt Weidmann nur schweren Herzens zur Bundesbank ziehen. Weidmann kam 2006 als Leiter der Wirtschafts- und Finanzabteilung ins Kanzleramt. Im Gepäck hatte er eine Empfehlung Webers.

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Jens Weidmann, der am 20. April 1968 in Solingen geboren wurde, studierte Volkswirtschaftslehre in Aix-en-Provence, Paris und Bonn. Er hospitierte während seines Studiums bei der Banque de France sowie im Wirtschaftsministerium und bei der Zentralbank von Ruanda. Nach seinem Studium promovierte er mit einer Dissertation über die europäische Geldpolitik.

Zwischen 1997 und 1999 arbeitete Weidmann für den Internationalen Währungsfonds in Washington. Danach war er bis 2003 beim Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung als Generalsekretär angestellt. Im Jahr 2003 wechselte Weidmann dann ins Management der Bundesbank. Dort war er als Abteilungsleiter für die Geldpolitik und monetäre Analysen verantwortlich.

Durch sein unprätentiöses Auftreten und sein breit gefächertes Wissen, hat sich der parteilose Weidmann schnell einen ausgezeichneten Ruf erworben. Und mit dem Ausbruch der Finanzkrise konnte er seine Qualitäten voll ausspielen. An der Seite seines ehemaligen Studienkollegen Jörg Asmussen, war er maßgeblich in den Verhandlungen über den Rettungsplan für die Hypo Real Estate beteiligt, dem angeschlagenen Immobilienfinanzierer aus München.

Rürup nennt Weidmann einen "brillanten Kopf"

Auch im Kanzleramt setzte Weidmann Akzente. So arbeitete er am Konjunkturprogramm der Bundesregierung mit. Seine sachlichen Analysen und sein Einsatz sorgten damals mit dafür, dass die erwartete Panik ausblieb – und die Bürger weiterhin Vertrauen in die Geldpolitik der Bundesregierung hatten. Neben seiner Arbeit während der Finanzkrise brachte er sich bei der Unternehmenssteuerreform und bei der Sanierung des Haushalts ein. Anfang 2007 schmiedete er ein Konsortium aus privaten und öffentlichen Banken für die Übernahme von Anteilen des europäischen Rüstungskonzerns EADS von Daimler-Chrysler.

Ende 2009 machte Merkel ihren Wirtschaftsberater auch zum persönlichen Beauftragten für die Vorbereitung der G-8- und der G-20-Gipfel. "Meine Aufgabe ist es allein, die Themen so aufzuarbeiten, dass sie eine Entscheidungsgrundlage hat", sagte Weidmann einmal der "Süddeutschen Zeitung". Nun wird der jungenhaft wirkende, meist lächelnde Weidmann anderweitig gebraucht: in der Führung der Deutschen Bundesbank. Axel Weber selbst hat ihn ins Gespräch gebracht. "Herr Weidmann ist ein hervorragender Ökonom", warb er kürzlich in einem Magazininterview. Und der ehemalige Chef der Wirtschaftsweisen, Bert Rürup, nannte Weidmann sogar einen "brillanten Kopf".

(mit Reuters und dapd, Stefan Lange)

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