Neulich...beim Orthopäden: Das Rätsel um die Bandscheibe

Neulich...beim Orthopäden: Das Rätsel um die Bandscheibe

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Büromenschen aufgepasst! Hier geht’s um die Bandscheibe. Ein neuer Report fördert Interessantes und Rätselhaftes zu Tage. Warum etwa werden Frauen anders behandelt als Männer? Warum Berufstätige anders als Patienten ohne Job?

Dass das Rückenleiden die Volkskrankheit Nummer eins ist, wissen wir längst. Dass die Hauptursache von Arbeitsausfall „Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens sind“, ebenfalls. Bei jedem Dritten (!) stellen Ärzte im Jahr diese Diagnose. Wir Büro-Menschen können von all dem ein Lied singen.

Rückenprobleme sind nicht nur schmerzhaft und höchst unangenehm für die Betroffenen, sondern auch kostenträchtig für die Kassen und die Arbeitgeber. Je nach Schweregrad und Therapieform entstehen jährlich Kosten von 200 bis 4500 Euro pro Fall für die Versicherung. Höchste Zeit also, dass jemand einmal genauer untersucht, welche Therapien erfolgen, welche Ärzte eingeschaltet werden, ob dies den empfohlenen Leitlinien entspricht und wie wirkungsvoll und teuer uns alle das Ganz kommt.

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Jeder Fünfte leidet

Basierend auf Routinedaten der Krankenkasse Gmünder Ersatzkasse (GEK) von 1,1 Millionen Versicherten fördert nun der Bandscheiben-Report von Bernhard Braun vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen einige interessant neue Zahlen zu Tage – und gibt zugleich viele Rätsel auf.

Jeder fünfte Versicherte muss innerhalb eines Jahres wegen einer Bandscheibenerkrankung zum Arzt, haben die Wissenschaftler herausgefunden. Zwei Drittel der Patienten bekommen dann muskelentspannende Arzneimittel und ein Drittel Schmerzmitte verordnet. Zwei Drittel der Patienten erhalten konservative Therapien in Form von Reha-Leistungen oder Heilmitteln wie Massagen, Fango oder ähnliches. Drei Prozent der Patienten kommen ins Krankenhaus, von denen mehr als die Hälfte operiert wird.

Chefs werden besser behandelt

Soweit so gut. Verblüffend waren aber vor allem folgende Ergebnisse: Die Zahl der Neuerkrankungen bei Bandscheibenverlagerungen im unteren Wirbelsäulenbereich stieg zwischen 2004 und 2007 um satte 20 Prozent. Warum das so ist, konnte sich der Wissenschaftler nicht erklären. Völlig rätselhaft blieb, warum Frauen häufiger bei Bandscheibenvorfällen Antidepressiva verschrieben bekommen als Männer. Und obwohl die Leitlinien präventive Maßnahmen in Form von Rückenschule oder Kursen etwa für eine verhaltensorientierte Lebensweise empfehlen, „haben wir so etwas nicht in nennenswertem Umfang gefunden“, sagt Braun.

Seltsamerweise erhalten extrem viele Patienten überhaupt keine Therapie: 65 Prozent derjenigen, die innerhalb eines Jahres mindestens zweimal eine Bandscheibenverlagerung im unteren Rückenbereich diagnostiziert bekamen, aber ohne Therapie blieben, tauchten im zweiten Jahr wieder beim Arzt auf und erhielten dieselbe Diagnose.

Rätselhaft ist weiterhin, warum viele Patienten Massagen oder Fango verschrieben bekommen, also sogenannte passive Hilfsmittel, obwohl nach den Leitlinien aktivierende Maßnahmen wie etwa Bewegungstherapien viel sinnvoller sind.

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