Neulich... beim Studentenprotest: Verbesserung? Fehlanzeige!

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Neulich... die Kolumne zu Bildung und Gesundheit

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Die Studenten protestieren zu Recht. Der Wechsel zum zweistufigen Bachelor-Master-System läuft mehr als stümperhaft. Und auch von den versprochenen Segnungen durch Studiengebühren ist wenig zu sehen.

Jetzt soll sich mal keiner rausreden: Das worüber sich in diesen Tagen die Studenten zu recht aufregen, war von vielen gewollt: Der „Bologna-Prozess“, angestoßen von Jürgen Rüttgers (CDU), durchgesetzt von Edelgard Bulmahn (SPD), wurde in den Bundesländern von Regierungen aller Couleur unterstützt. Mit der Reform sollte das deutsche System international kompatibel werden, es sollte die massenweise akademische Ausbildung der doppelten Abiturjahrgänge ermöglichen und auch für die Zeit danach den Akademikernachwuchs sichern, den Deutschland so dringend braucht.

Aber die Reform wird stümperhaft umgesetzt. Und alle miteinander tragen ein Stück weit die Schuld dafür. Die Hochschulen selbst, weil sie zwar formal auf Bachelor-Studiengänge umgestellt, aber die Inhalte nicht angepasst haben. Die Stundenpläne sind vollgestopft, die jungen Leute sind auf der Jagd nach Punkten, zum ernsthaften Lernen bleibt keine Zeit, weil nur sechs Semester im internationalen Vergleich schlicht zu kurz sind.

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Die Lehre wird vernachlässigt

Die Länder kommen aber auch nicht aus den Puschen. Viele Studenten haben zu recht den Eindruck, dass „die da oben“ viel für die Elite und die Forschung tun, doch die Lehre sträflich vernachlässigen. An vielen Hochschulen fehlten Professoren und Dozenten für die verschulten Bachelor-Fächer.

Und was ist mit dem Geld, das durch Studiengebühren eingetrieben wurde – fragen die jungen Leute zu Recht. Sollten die Millionen nicht in die Lehre fließen? Und wird dadurch jetzt alles besser? Fehlanzeige.

Wenn es schon nicht besser wird, dann wenigstens auch ungerechter. Denn die Politik hatte auch versprochen, für ein breites Angebot an Stipendien zu sorgen. Leider geht’s auch hier kaum voran. Dass die Studenten da gegen Elitebildung und gegen Studiengebühren aufbegehren, ist kaum verwunderlich.

Die Quittung wird kommen

Bildungspolitik vom Feinsten, kann man da nur sagen. Und jetzt protestieren ausgerechnet die, denen die Bologna-Reform eigentlich nutzen sollte. Gelingt es den Verantwortlichen nicht, schnellstens für Abhilfe zu sorgen, werden sie am Wahltag im September die Quittung dafür bekommen. Zu Recht.

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