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Neulich...in der Kita: Erzieher dringend gesucht!

Kolumne von Katharina Koufen (Berlin)

Alle reden von frühkindlicher Bildung - doch an Kita-Personal fehlt es schon heute. Kein Wunder: Der Job ist miserabel bezahlt.

Neulich... die Kolumne zu Bildung und Gesundheit Quelle: Torsten Wolber
Neulich... die Kolumne zu Bildung und Gesundheit Quelle: Torsten Wolber

Wie oft haben wir im vergangenen Jahr gehört und gelesen, dass frühkindliche Bildung ja so wichtig ist. Dass vor allem Kinder aus bildungsfernen Familien möglichst schon mit ein oder zwei Jahren in Kindertagesstätten gefördert werden sollen, dass Kinder, deren Muttersprache nicht deutsch ist, ohne eine ordentliche Kita gar keine Chance auf Bildung haben. Alles richtig.

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Doch wie sieht die Praxis aus?

In der Kita meiner Kinder fehlt seit einem halben Jahr eine Erzieherin – oder ein Erzieher, aber die Hoffnung, einen Mann für diese Stelle zu finden, war von Anfang an verschwindend gering. Auf die Frage, wann eine Nachfolgerin eingestellt wird, lautete beim letzten Elternabend die Antwort: Wir suchen, aber es gibt zurzeit keine arbeitslosen Erzieher.

Koalition will die Kinderbetreuung massiv ausbauen

„Zurzeit“ ist gut – dieser Zustand wird sich noch verschärfen. Denn die Bundesregierung will in den kommenden vier Jahren die Kinderbetreuung massiv ausbauen, was ja auch richtig ist. Doch ist bisher scheinbar niemandem aufgefallen, dass man dafür ausgebildete, motivierte Erzieherinnen und Erzieher in ausreichender Zahl benötigt. Schon jetzt reisen einzelne Kita-Träger durch das Land und gerne auch durch andere Bundesländer, um Erzieher gleich an den Schulen anzuwerben, ähnlich wie die Kultusminister um Lehrer buhlen.  

Eigentlich könnte man jungen Leuten also nur raten, diesen Beruf zu ergreifen – wenn er nicht so schlecht bezahlt wäre.

Wussten Sie, dass die Kita-Betreuerin Ihrer Kinder wahrscheinlich mit weniger Geld nach Hause geht als Ihre Putzfrau? Trotz einer mindestens zweijährigen Ausbildung, trotz eines Jobs, der maximalen Einsatz, größte Nervenstärke, Kreativität, Musikalität und nicht endende Geduld voraussetzt?

10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.05.2010, 17:10 UhrAnonymer Benutzer: Doris

    ich bin staatlich anerkannte Kinderpflegerin und sitze zu Hause. Möchte gern Arbeiten , darf aber nicht.
    Leider hab ich meine Ausbildung ende 30 gemacht,
    jetz muß ich Erzieherin abschließen um überhaupt leben
    zu dürfen. Übrings den beruf habe ich gelernt weil ich am
    liebsten mit Kindern von 0-5 Jahren arbeite. Die Erzieherin
    die ich gesehen habe können da schlecht was mit anfangen. Die bekommen noch Spass.

  • 25.01.2010, 20:46 UhrAnonymer Benutzer: steff

    Zur Erläuterung: staatlich anerkannte Kinderpflegerinnen sind spezialisiert auf Kinder zwischn 0 und 5 Jahren, Erziehrinnen haben diese spezialisierung nicht sie dürfen allerdings Kinder von 0 bis 18 Jahren betreuen.Wie gesagt ein Hohn???
    aha also in niedersachsen sind kinderpfleger(sozialassistentin) nur 2 jahre in ausbildung statt 4 jahre und haben nur die möglichkeit 2.kraft zu sein das hat nichts mit der speziealisierung des alters zu tun. ich würde auch eher erizieherinnen einstellen als kinderpfleger schließlich haben die eine längere ausbildung hinter sich und sind dadurch natürlich höher gestellt...

  • 13.01.2010, 12:50 UhrAnonymer Benutzer: Falco

    Das ganze ist doch ein Hohn!
    Meine Frau ist staatlich anerkannte Kinderpflegerin in berlin. Wie ich dem Artikel entnehmen konnte werden dringend Fachkräfte für die Kleinkinderbetreuung gesucht, allerdings keine Kinderpflegerinnen, denn den staatlichen Kitas ist es verboten Kinderpflegerinnen, obwohl eine staatliche Anerkennung vorhanden ist, einzustellen. Zur Erläuterung: staatlich anerkannte Kinderpflegerinnen sind spezialisiert auf Kinder zwischn 0 und 5 Jahren, Erziehrinnen haben diese spezialisierung nicht sie dürfen allerdings Kinder von 0 bis 18 Jahren betreuen.
    Wie gesagt ein Hohn!

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