Neulich...in der Patientenberatung: Her mit den Infos!

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Kolumne

Wehe dem, der krank ist. Versicherte blicken im Medizin-Dschungel immer weniger durch. Unabhängige Patientenberatungsstellen helfen weiter. Doch ihre Zukunft ist ungewiss.

Meist geht es um Ärger mit Ärzten oder Konflikte mit der Krankenkasse. Die Fälle ähneln sich: Ein Mediziner etwa behauptet, die Kasse zahle eine bestimmte Leistung nicht mehr, die Versicherung wiederum sagt, der Doktor habe unrecht. Oder: Die Kasse lehnt eine Kur oder Reha ab, der Versicherte aber meint, ihm stehe diese Leistung zu. Oder: Ein Arzt will die Röntgenaufnahmen nicht herausrücken, obwohl der Patient sie mitnehmen möchte. Oder: Der Zahnarzt berechnet einfach den 3,5-fachen Satz auf eine Leistung statt - wie mündlich versichert - den üblichen 2,3-fachen.

Bei solchen und ähnlichen Fällen suchen immer mehr Versicherte Hilfe bei unabhängigen Patientenberatungsstellen. Und je mehr Gesundheitsreformen diese Republik und ihre Versicherte über sich ergehen lassen muss, je stärker steigt ist der Beratungsbedarf. Für Nicht-Insider ist das deutsche Gesundheitssystem längst nicht mehr zu durchschauen. Daher vertrauen immerhin drei Viertel der ratsuchenden Bevölkerung unabhängigen Einrichtungen, also etwa den Verbraucherzentralen, den unabhängigen Patientenberatungsstellen, Selbsthilfegruppen und Wohlfahrts- beziehungsweise Sozialverbänden. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsmonitor, den die Bertelmann Stiftung jetzt in Berlin in Teilen vorstellte. Skeptischer sind die Versicherten dagegen bei Auskünften von Mitarbeitern der Krankenkassen, Ärztekammern oder Apotheken, meist sind die auch weniger zufrieden mit deren Beratung.

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Vorsichtige Krähen

Kein Wunder, denn Ärzte, Kassen oder Kliniken haben weniger das Wohl ihrer Patienten im Auge als ihr eigenes. Kassenvertreter haben immer auch die Kosten mit im Blick, der Arzt oder der Apotheker wird womöglich gerade von einer Pharmafirma alimentiert, bei Ärzte-Funktionären liegt die Vermutung nahe, dass eine Krähe wohl kaum der anderen ein Auge auskratzt.

Es war die rot-grüne Bundesregierung, die mit ihrer ersten Gesundheitsreform im Jahr 2000 in Deutschland den Gesetzlichen Krankenkassen auferlegte, künftig unabhängige Beratungsstellen zu finanzieren. 2007gingen diese dann endlich an den Start, seitdem fließen fünf Millionen Euro jährlich aus dem Topf der Beiträge in solche Einrichtungen. Noch läuft das Ganze als Modellphase, im kommenden Jahr muss schwarz-gelb entscheiden, wie es nach dem Jahr 2011 weiter gehen soll. Schon in 2010 muss dazu ein Gesetz auf den Weg gebracht werden.

Ich meine, schwarz-gelb sollte weiterhin Geld aus dem Gesundheitsfonds in die Beratungsstellen lenken. Nicht etwa weil ich ein Freund von staatlich finanzierten Stellen bin, die den Leuten mal erklären sollen, was gut für sie ist. Und tatsächlich bin ich auch extrem skeptisch bei der Frage, wie qualitativ hochwertig das Informations- und Beratungsangebot einer quasi öffentlichen Stelle sein kann oder wie engagiert und professionell das Personal dort tatsächlich ist.  

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