Neulich...in der Schulkantine : Erst ab vier Kindern lohnt sich's

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Kolumne

Zum Jahreswechsel verliert man ja schnell mal den Überblick auf dem Girokonto: Da wird die jährlich fällige Autoversicherung abgebucht, der Beitrag zum Schul-Förderverein und die Auslandsreiseversicherung. Auch das Mittagessen in der Schule wird vielerorts teurer. Man glaubt es ja kaum, wo doch 2008 die "Bildungsrepublik Deutschland" ausgerufen wurde - bis zur Finanzkrise jedenfalls.

Zum Jahreswechsel verliert man ja schnell mal den Überblick auf dem Girokonto: Da wird die jährlich fällige Autoversicherung abgebucht, der Beitrag zum Schul-Förderverein und die Auslandsreiseversicherung, die man vor Jahren für einen Thailand-Trip abgeschlossen und seither zu kündigen vergessen hat. Viele Mütter und Väter werden am Ende dieses Monats mit Schrecken feststellen, dass noch ein weiterer unbekannter Betrag auf ihrem Konto eingeht: Ihr Nettogehalt.

Gleichzeitig tauchen neue Beträge auf dem Konto auf, weil sich mal wieder alles Mögliche geändert hat. Dazu gehört das Kindergeld. Statt 308 Euro gibt es für zwei Kinder jetzt 328, bei dreien steigt der Betrag auf 498 Euro pro Monat. Ist ja ganz nett. Wenn man drei Monate lang die Differenz sparen würde, kämen immerhin pro Kind ein paar neue Sportschuhe zusammen, allerdings nur bei Deichmann. Würden alle Eltern so handeln, könnten dadurch bestimmt ein paar Arbeitsplätze gerettet werden, zumindest in Vietnam.

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Doch leider kommen die Eltern gar nicht dazu, diesen Geldsegen, den die Regierung jetzt schönfärberisch zum Konjunkturpaket dazurechnet, brav in den Konsum zu stecken. Denn was die Kindergelderhöhung an Plus bringt, wird den Familien an anderer Stelle gleich wieder abgezogen.

Viele Eltern fragen sich, ob diese Regierung noch zurechnungsfähig ist

Viele Mütter und Väter werden am Ende dieses Monats mit Schrecken feststellen, dass noch ein weiterer unbekannter Betrag auf ihrem Konto eingeht: Ihr Nettogehalt. Höhere Beiträge zur Krankenversicherung – falls diese nicht von der Großen Koalition doch noch verhindert und via Neuverschuldung unseren Kindern aufgebürdet werden, was keinesfalls besser wäre - und vor allem, eine neue Beitragsbemessungsgrenze sind Schuld. Waren bisher nur 3600 Euro des Bruttogehalts relevant, sind es jetzt  3675 Euro. Für einen Versicherten beispielsweise bei der Techniker Krankenkasse, der über dieser Grenze liegt, heißt das: Pro Monat muss er 20 Euro mehr an seine Kasse zahlen.

Und es kommt noch besser: Auch das Mittagessen in der Schule wird vielerorts teurer. Man glaubt es ja kaum, wo doch 2008 die "Bildungsrepublik Deutschland" ausgerufen wurde, bis zur Finanzkrise jedenfalls.

Wo doch die CSU sogar immer wieder von kostenlosen Schulspeisungen anfing, und die SPD keine Gelegenheit versäumte, den geplanten Ausbau der Ganztagsschule schon mal als Erfolg einzustreichen. Wo doch die Bundeskanzlerin persönlich auf ihrer Sommerreise auch die eine oder andere Schulkantine besichtigt hat. Wo sich doch alle unisono darüber aufregten, dass die Kinder der sogenannten Unterschicht ohne Schulspeisung entweder gar nichts essen oder nur Pommes mit Mayo. 

Die Preissteigerung wird nicht dramatisch sein – etwa fünf Euro pro Kind und Monat, also nur die Hälfte der Kindergelderhöhung. Trotzdem fragen sich Eltern und Großeltern in Internetforen bereits wütend, ob diese Regierung überhaupt noch zurechnungsfähig ist.

Die Mehrwertsteuer ist schuld

Denn der Grund, warum das Mittagessen in Schulen und Kitas teurer wird, ist absurd: Bisher galt hier nur der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent, jetzt steigt er auf die regulären 19 Prozent. Aus dem Finanzministerium ist zu hören, die sieben Prozent hätten nicht standhalten können, weil es sich beim externen Catering – als solches wird an vielen Schulen das Mittagessen verteilt – um eine Dienstleistung handelt.

Und hier sind die sieben Prozent nicht zulässig. Dieser reduzierte Satz, der am besten ganz abgeschafft werden sollte,  gilt ansonsten für Grundnahrungsmittel (außer, wenn sie per Catering geliefert und verteilt werden, wie wir jetzt wissen), außerdem zur Klientelbefriedigung, etwa der Skiliftbetreiber in Bayern (hat die CSU durchgesetzt) und aus nicht nachvollziehbaren Gründen beispielsweise bei Schnittblumen.

Eine wenigstens dürfte frohlocken: Ursula von der Leyen. Sie wollte schon immer kinderreiche Familien besonders stark fördern. Das immerhin gelingt der Regierung nun relativ gesehen: Ab vier Kindern überwiegt die Kindergelderhöhung die gestiegenen Kosten.

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