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Newcomer in der Krise: Warum man die Piratenpartei nicht abschreiben sollte

von Oliver Voß

Die Piraten befinden sich derzeit im permanenten Shitstorm. Machtkämpfe, Streits und Pannen prägen das Bild, der Anfang vom Ende der Partei ist das aber noch lange nicht.

Johannes Ponader Quelle: dpa
Johannes Ponader war zu Gast im Late-Night-Talk von Benjamin von Stuckrad-Barre. Quelle: dpa

Natürlich war auch die “Frubbeligkeit” wieder Thema. So bezeichnet der bekennende “polyamore” Johannes Ponader das Gegenteil von Eifersucht. Klar dass Benjamin von Stuckrad-Barre den Piratenpolitiker in seiner Late-Night-Show fragte “Stört es Sie echt nicht, wenn der beste Freund ihre Partnerin vögelt?” “Nö”, antwortete Ponader trocken und parierte auch sonst relativ souverän diverse Attacken.  

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Die große Blamage ist also ausgeblieben. Ponader hat sich wacker geschlagen, inhaltlich konnte er in der auf Klamauk angelegten Show sowieso nicht viel falsch machen.

Dabei war Ponaders Auftritt im Vorfeld extrem umstritten. Mit seinem optischen Markenzeichen, Socken und Sandalen, oder dem Umgang mit seinem Hartz-IV-Bezug polarisiert er seit seinem Amtsantritt die Öffentlichkeit enorm. Auch innerhalb des Vorstandes ist Ponader inzwischen umstritten, die übrigen Vorstandsmitglieder hatten ihrem politischen Geschäftsführer gar einen Maulkorb verpasst. Sie hatten beschlossen, dass künftig Parteichef Bernd Schlömer und sein Stellvertreter Sebastian Nerz die Partei bei TV-Auftritten repräsentieren sollen. Ponader wies das in der Sendung zwar als von der Presse hochgespielten “Quatsch” zurück, dabei beweist die Sitzung der Parteispitze am Vortag das Gegenteil.

Piratenpartei Johannes Ponader: der Hartz-IV-Pirat

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„Johannes wurde gebeten, von diesbezüglichen Repräsentationen Abstand zu nehmen“, sagte Schlömer laut vorläufigem Protokoll. Vorstandsmitglied Matthias Schrade hatte sogar gefordert, in der Geschäftsordnung den Aufgabenbereich „Vertretung nach außen“ für Ponader zu streichen. Dieser Antrag wurde allerdings abgelehnt.

Der Streit um die Rolle Ponaders war dabei nur der Höhepunkt wochenlanger Personalquerelen. „In letzter Zeit häufen sich Beschwerden von Mitgliedern der Piratenpartei, dass das Arbeitsklima sich in den letzten Monaten deutlich verschlechtert hat“, hatte Ponaders Amtsvorgängerin Marina Weisband noch im September festgestellt. Statt alles zu zerreden und sich in Profilierungen und Rangkämpfen aufzureiben, hatte sie eine „Woche der politischen Arbeit“ angeregt: „Alle Struktur- und Personaldebatten werden in dieser Zeit eingefroren“.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 14.10.2012, 16:56 UhrIKS-Hessen

    Wenn ihr wirklich nächstes Jahr in den Bundestag einziehen wollt, dann fangt endlich an euch mit den Problemen der Bürgerinnen und Bürger zu befassen. Ihr seit angetreten alles transparenter und besser zu machen. Was wir Bürgerinnen und Bürger über die Medien mitbekommen, sind lediglich euere internen Streitigkeiten - nach dem Motto: Steigerung von Feind = Parteifreund. Wo sind eure Ideen, eure Konzepte, die das Leben in den und zwischen den Gesellschaften besser machen sollen - wie z. B. die Forderung nach einem Grundeinkommen. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten von Piraten revolutionäre und provokante Vorschläge, die in den Medien für Aufsehen sorgen. Gruß Eckhard Bock IKS Hessen

  • 12.10.2012, 23:24 UhrKaiBaumann

    hmm, die letzte Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen ist vom 11.10.2012 und da haben die Piraten 5% und die FDP 4%

  • 12.10.2012, 12:33 UhrLarsHelfer

    Na ja, FDP-Niveau sieht aber noch ein wenig anders aus, die haben nicht mehr 4% sondern nur noch 1% (lt. letzter Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen)

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