Nicht-öffentliche Sitzung: Die SPD geht mit hohem Risiko in den Konvent

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Nicht-öffentliche Sitzung: Die SPD geht mit hohem Risiko in den Konvent

von Max Haerder

Auf ihrem Parteikonvent am heutigen Freitagabend entscheidet die SPD über die Große Koalition - oder den totalen Neuanfang. Die Sozialdemokraten um Sigmar Gabriel spielen mit höchstem Einsatz.

Schon am Wahlabend, die Wahllokale hatten noch keine sechs Stunden geschlossen, waren bei der SPD die Hellseher unterwegs. Sigmar Gabriel, raunten sie, stünde nun vor einer Aufgabe von allerhöchster Komplexität, die meisterlicher Führung bedürfe. Gerade hatte sein Kanzlerkandidat Peer Steinbrück das zweitschlechteste Bundes-Ergebnis für die Sozialdemokratie eingefahren, allein die Tatsache leichter Stimmengewinne machte daraus nur ein Halb-Debakel. Und tatsächlich gelang es dem SPD-Chef in seltener Geschlossenheit mit anderen Spitzengenossen, noch am Wahlabend die Trauer in grimmigen Trotz zu verwandeln.

Freytags-Frage Gibt es eigentlich auch einen Gewinner der Wahl?

Bei der Bundestagswahlen haben Grünen, Linke, Piraten und die SPD verloren. Auch bei der CDU ist die anfänglich gute Stimmung dahin. Droht nun auch der Steuerzahler zum Verlierer degradiert zu werden?

Deutschland hat gewählt. Doch wer ist eigentlich der Gewinner der Wahl? Selbst bei der CDU ist die anfänglich gute Stimmung dahin. Quelle: dpa

Doch alles Verdrängte muss irgendwann raus. Die Bundestagswahl 2013 ist noch lange nicht verarbeitet. Bei FDP und Grünen hat die Wahl schon für Tabula rasa beim Führungspersonal gesorgt. Ob das bei der SPD wirklich anders kommen wird, darüber entscheiden erst die kommenden Wochen. Geht die SPD in eine neue Große Koalition, die rot durchtränkt sein müsste, obwohl die Union satte 16 Prozentpunkte vorne liegt? Oder rebelliert die Parteibasis am Ende, kippt alle Verhandlungen und die pokernde SPD-Spitze gleich mit? Das Spiel ist offen und die Einsätze sind hoch. Besonders für den Parteichef selbst.

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Nach der Wahl Pest und Cholera der SPD

Alle Optionen der Genossen tun richtig weh. Opposition? Dann hat man die Grünen als natürlichen Partner verloren. Große Koalition? Bisher ist noch jede Partei, mit der Merkel koalierte, zu Staub zerfallen.

Alle Optionen der Genossen tun richtig weh. Opposition? Dann hat man die Grünen als natürlichen Partner verloren. Große Koalition? Bisher ist noch jede Partei, mit der Merkel koalierte, zu Staub zerfallen. Der politische Preis müsste sehr hoch sein. Quelle: REUTERS

Den ersten Zug zur Beruhigung machte Gabriel am Mittwoch. In einem Brief an alle Mitglieder bedankte er sich für die Unterstützung im Wahlkampf und nannte das Wahlergebnis so vage wie selbstkritisch „ernüchternd“. Über die Gründe solle und müsse man in den kommenden Wochen „offen und intensiv beraten“. Zudem versprach er, die Partei werde sich in eine Koalition mit der Union in keiner Weise drängen lassen. Alle Entscheidungen würden „mit größtmöglicher Transparenz und unter breiter Beteiligung der Partei und ihrer Mitglieder vorgenommen“. Das war der entscheidende Punkt.

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