Notbremse bei der Landesbank: LBBW-Chef Jaschinski muss gehen

Notbremse bei der Landesbank: LBBW-Chef Jaschinski muss gehen

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Der Vorstandsvorsitzende der Landesbank Berlin Holding AG (LBB), Hans-Jörg Vetter (l.) übernimmt den Posten des Vorstandsvorsitzenden der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) noch im Mai von Siegfried Jaschinski (r.)

Die Eigentümer Landesbank Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) haben mitten in der Finanzkrise die Notbremse gezogen: Der umstrittene Vorstandschef Siegfried Jaschinski muss gehen. Nachfolger wird noch im Mai der Chef der Landesbank Berlin, Hans-Jörg Vetter.

Den Wechsel an der Spitze der größten deutschen Landesbank verkündete Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) heute in Stuttgart. Der 56-jährige Manager Hans-Jörg Vetter gilt als erfahrener Sanierer, der die wesentlich kleinere Landesbank Berlin auch in der Finanzkrise auf Kurs hielt. Der Entscheidung gegen Siegfried Jaschinski war ein heftiger Streit der Eigentümer in der Trägerversammlung vorangegangen. Letztendlich setzte sich aber die im Südwesten mitregierende FDP durch, die eine Ablösung Jaschinskis gefordert hatte.

Oettinger sagte, eine Vertragsverlängerung für Jaschinski würde „zu weitreichenden und nicht kalkulierbaren Folgen führen“. Die FDP hatte gedroht, dem vom Land geplanten Garantieschirm für die Risikopapiere der LBBW in Höhe von 12,7 Milliarden Euro nicht mitzutragen, wenn Jaschinski bleibt. Die Liberalen machen ihn für den Verlust von 2,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr verantwortlich.

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Oettinger beugt sich seinem Koalitionspartner

Oettinger beugte sich dem Druck der FDP, obwohl er Jaschinski kurz vorher bei einer Kundgebung der LBBW-Mitarbeiter noch das Vertrauen ausgesprochen hatte. So stimmten nur die Vertreter der Landes in der Trägerversammlung gegen eine Vertragsverlängerung. Die anderen beiden großen Eigentümer, die baden-württembergischen Sparkassen und die Stadt Stuttgart, votierten für Jaschinski.

Jaschinski ist der vierte Vorstandschef einer deutschen Landesbank, der wegen der Finanzkrise, milliardenschwerer Verluste und Fehlspekulationen seinen Hut nehmen muss. Auch bei der BayernLB, der WestLB und der HSH Nordbank sind Köpfe gerollt. Die LBBW fuhr 2008 einen Verlust von 2,1 Milliarden Euro ein, im ersten Quartal dieses Jahres wurden wieder schwarze Zahlen geschrieben. Im Bestand sind noch viele Wertpapiere, bei denen weitere Abschreibungen fällig werden könnten.

Zwei Wahlgänge

Erst in einer zweiten Wahl stimmten alle Eigner Oettingers Vorschlag zu, den Chef der Landesbank Berlin zum neuen starken Mann bei der LBBW zu küren. Oettinger sagte als Vorsitzender der Trägerversammlung, Vetter habe seine „unbedingte Bereitschaft zum sofortigen Wechsel erklärt“. Zugleich dankte er Jaschinski „für jahrelange gute Arbeit“.

Er habe bei der FDP bis zuletzt für eine Vertragsverlängerung geworben, sei damit aber „auf taube Ohren gestoßen“. Die Liberalen zu übergehen wäre aber nicht infrage gekommen. Das wäre nach Oettingers Worten „das Ende der Koalition“ gewesen. „Ich bin Teamspieler und Demokrat und kenne die Regeln.“

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