NRW-Koalitionsverhandlungen: FDP kann sich nicht entscheiden - Seite 2

NRW-Koalitionsverhandlungen: FDP kann sich nicht entscheiden

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Am gestrigen Abend trafen sich SPD, Grüne und FDP nun zu ihrem ersten Sondierungsgespräch. Man habe „konstruktiv und offen“ diskutiert, ließen alle Spitzenkandidaten im Nachhinein wissen. Das heißt zunächst aber nichts anderes, als dass man noch zu keinem Ergebnis gekommen ist. Strittige Fragen wie die von SPD und Grünen angestrebte Schulreform oder die Energiepolitik sind weiterhin ungeklärt. Allerdings ist die FDP Meldungen zufolge wohl zu Kompromissen bereit. Ein zweites Gespräch am kommenden Donnerstag soll Klarheit bringen.

Bereits am Freitag sollen dann in den Parteigremien über die Aufnahme offizieller Koalitionsverhandlungen beraten werden. Für SPD-Frontfrau Hannelore Kraft wäre die Ampel das kleinere Übel, um am Ende doch noch als Ministerpräsidentin auf der nordrhein-westfälischen Regierungsbank Platz zu nehmen. Doch sowohl bei der FDP-Basis als auch bei den Grünen gibt es Vorbehalte gegen die Ampel.

Minderheitsregierung oder Neuwahl

Die Regierungsfindung im bevölkerungsreichsten Bundesland bleibt weiterhin spannend. Scheitern auch diese Sondierungsgespräche und kommt es auch zu keiner Wiederaufnahme der Gespräche mit der CDU – auch diese Möglichkeit wurde bislang nicht ausgeschlossen – hat Hannelore Kraft nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder sie lässt sich mit den Stimmen der Linken zum Kopf einer rot-grünen Minderheitsregierung wählen oder es gibt Neuwahlen. Dazu müsste sich der Landtag per Mehrheitsbeschluss selbst auflösen, binnen sechzig Tagen müsste neu gewählt werden.

In der SPD wird momentan die erste Option favorisiert. Zu groß ist die Gefahr, dass es bei Neuwahlen wieder nicht für eine rot-grüne Mehrheit reicht. Die aktuellste Wahlumfrage bescheinigt zudem den Linken ein stärkeres Ergebnis. Das nun beschlossene Sparpaket der Bundesregierung und die harten Einschnitte in der Sozialversicherung könnten diesen Trend noch verstärken.

13 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.06.2010, 19:13 UhrAnonymer Benutzer: Skipper

    Wenn Frau Kraft tatsächlich eine Minderheitsregierung riskieren sollte, dann braucht Sie sehr starke Nerven. bei jeder Abstimmung müsste Sie eine Mehrheit zusammenkratzen. bei diesem Parlament ist das sicher schwieriger als Flöhe zu hüten. Für die Medien wäre es aber toll. Es gäbe eine unendliche Sensationsberichterstattung aus NRW. Warum wird eigentlich die Prüfung einer "Jamaika-Koalition" nicht auch mal von den Medien ins Spiel gebracht. im Gegensatz zur "Ampel" mit der FDP wird die grüne "Gutmenschenpartei" geschont. Es könnte ja Wählerstimmen kosten. Das ist doch Verlogenheit pur.

  • 11.06.2010, 16:52 UhrAnonymer Benutzer: Andrea Auler

    @Jens: Vielen Dank für die Anmerkungen. Es stimmt, dass die Möglichkeit einer großen Koalition noch nicht endgültig vom Tisch ist. Darauf wird im Verlauf des Artikels auch hingewiesen. Die Sondierungsgespräche sind zunächst ausgesetzt worden, weil es auf Anhieb nicht genug Gemeinsamkeiten gab. Die Aussage, diese Koalition sei geplatzt, ist meine interpretation, die jedoch zum jetzigen Zeitpunkt wohl relativiert werden muss.
    Die zweite Anmerkung betrifft Krafts Wahl zur Ministerpräsidentin im Falle einer Minderheitsregierung. in letzter Konsequenz bräuchte sie die Stimmen der Linkspartei nicht, trotzdem spielen die Linken eine Rolle. im ersten Wahlgang wird derjenige gewählt, der die absolute Mehrheit bekommt. SPD und Grüne haben zusammen 90 Sitze, die absolute Mehrheit liegt jedoch bei 91 Sitzen. Kraft braucht also eine zusätzliche Stimme, entweder aus dem schwarz-gelben Lager oder eben von den Linken. ich halte es aber für unwahrscheinlich, dass es im ersten Wahlgang bereits Abweichler von CDU oder FDP gibt. im zweiten Wahlgang bräuchte sie mehr als die Hälfte der abgegeben Stimmen. Erst wenn es dann zu einer Stichwahl kommt, bräuchte sie einfach nur mehr Stimmen als ihr Gegenkandidat. Dann würden auch die Stimmen von SPD und Grünen reichen.

    Herzliche Grüße
    Andrea Auler, WirtschaftsWoche

  • 11.06.2010, 16:41 UhrAnonymer Benutzer: shadow dancer

    Es gibt noch Leute, denen der politische inhalt wichtiger ist,
    als Pöstchenschieberei ! Manchmal ist weniger eben mehr !
    Ypsilanti läßt grüßen ! Der linke Sumpf wird noch austrocknen

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