NRW-Landtagswahl : Zittern um den forschen Jürgen

NRW-Landtagswahl : Zittern um den forschen Jürgen

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Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen, nach denen die CDU mehr als zehn Prozentpunkte im Vergleich zu 2005 eingebüßt hat. Jürgen Rüttgers sagte, er übernehme die Verantwortung für die Wahlniederlage

von Mark Fehr

Die schwarz-gelbe Regierung im traditionell industrieaffinen Nordrhein-Westfalen könnte eine historische Ausnahme bleiben. Jürgen Rüttgers und seine CDU-Anhänger müssen den Triumph der SPD-Rivalin Hannelore Kraft verdauen.

Alles hätte so schön werden können. Über die Terrasse vor der NRW-CDU-Zentrale streichelte eine sanfte Abendsonne, im Partyzelt lockten gut gekühlte Pils-Fässer nebst westfälischen Spezialitäten und eine tapfer-fidele Anhängerschar verstärkt um die CDU-Bundespolitiker Wolfgang Bosbach und Norbert Röttgen harrte der Ankunft des Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers. Der, so hofften viele, würde nach einem schon verloren geglaubten Zitter-Wahlkampf nun doch einen knappen aber ausreichenden Sieg über die sozialdemokratischen Gegner verkünden.

Doch es kam anders. Das Gesetz, wonach die Regierung eine kurz vor dem entscheidenden Termin überraschend erstarkte Opposition am Wahlabend letztendlich doch klar in die Schranken verweist, trat diesmal außer Kraft. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn nicht der amtierende Ministerpräsident, sondern die SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft triumphierte.

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Nach Prognosen und ersten Hochrechnungen liegen die Sozialdemokraten sogar knapp vor der CDU. Das ist eine Niederlage für Jürgen Rüttgers, der mit volksnahem Auftreten und markanten Parolen selbst um die Arbeiterherzen an Rhein und Ruhr buhlte.

Hat Rüttgers den Wahlkampf verschlafen?

Nicht zuletzt sein Image als Arbeiterführer verhalf dem charismatisch-forschen CDU-Mann vor fünf Jahren, die über Jahrzehnte zementierte Macht der Sozialdemokraten im traditionell industriegeprägten Nordrhein-Westfalen zu brechen. Sein Außenseitersieg von damals könnte nach der Landtagswahl 2010 allerdings zu einer historischen Fussnote werden. Die SPD steht kurz davor, in die Regierung zurückzukehren.

In der Düsseldorfer CDU-Zentrale unweit des nordrhein-westfälischen Landtags ringt die Menge daher um Fassung. Mit versteinerter Miene analysiert ein sichtlich getroffener, aber auch beeindruckend gefasster Jürgen Rüttgers vor seinen Leuten das Wahlergebnis: „Ein Bündel von Gründen und Maßnahmen“ habe zur Niederlage geführt. Später wird er deutlicher und brandmarkt den Stotter-Start der schwarz-gelben Regierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Natürlich haben die Wähler im größten deutschen Bundesland auch auf die Bundespolitik reagiert. Doch das allein kann nicht als Grund für Ausgang der NRW-Wahl herhalten. Zu dem von Jürgen Rüttgers genannten „Bündel von Gründen und Maßnahmen“ zählt auch die Landespolitik – und der durchwachsene CDU-Wahlkampf.

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