NSA: Simulation von Cyber-Angriffen

NSA: Deutschland macht es der NSA leicht

Fortschritte bei No-Spy-Abkommen Streit über Zuflucht für Snowden

Die Bundesregierung will den USA die Zusage abtrotzen, künftig auf Spionage zu verzichten. Viel hängt aber davon ab, wie Deutschland es mit einer möglichen Aufnahme des US-Informanten Snowden hält.

In Deutschland geht der Streit über Asyl für den US-Geheimdienstenthüller Edward Snowden weiter. Quelle: AP

Simulation von Cyber-Angriffen

Beim Aufspüren weiterer Schwachstellen in der IT-Architektur hilft auch die Simulation von Cyber-Angriffen, wie sie bei Infineon üblich ist. Auch beim Sicherheitsunternehmen Syss ist das Anheuern sogenannter weißer Hacker üblich. Im Auftrag des Kunden versuchen sie, in die internen IT-Systeme einzubrechen.

Mögliche Angriffspunkte für Industriespionage gibt es aber auch bei externen Dienstleistern wie Patentanwälten und Unternehmensberatern. „Die Kanzleien haben es zunehmend mit Einbrechern zu tun“, sagt der IT-Sicherheitsberater Alexander Tsolkas aus dem hessischen Riedstadt. Eine Umfrage unter mehreren Hundert Patentanwaltskanzleien in 48 Ländern zeigt eine alarmierende Entwicklung: Zwischen 2009 und 2012 ist die Zahl der gemeldeten Einbrüche um 48 Prozent gestiegen.

Auch Unternehmensberatungen können als mögliches Hintertürchen für Cyber-Angriffe staatlich oder privat beauftragter Späher missbraucht werden. Seit Bekanntwerden der vielfältigen NSA-Aktivitäten richtet sich das Misstrauen vor allem auf die großen Beratungshäuser amerikanischen Ursprungs. „Bei denen kann man nicht ganz ausschließen, dass sie mit US-Geheimdiensten zusammenarbeiten, weil in den USA der Patriot Act genügt, damit die Geheimdienste ganz legal auf die Server – auch im Ausland – zugreifen können“, sagt Altran-Sicherheitsexperte Heintel. Er empfiehlt, Berater dazu zu verpflichten, nur kundeneigene Laptops zu benutzen, damit sensible Daten nicht das Unternehmensnetzwerk verlassen.

Kurzfristig ist mehr Sicherheit allerdings kaum zu erreichen: Zusätzliche Schutzprogramme, die etwa die IT eines Dax-Konzerns gegen digitale Einbruchsversuche absichern, „kosten leicht sechsstellige Beträge“, sagt Experte Haist, „und bis die passende Technik gefunden, installiert und angepasst ist, vergeht schnell ein halbes Jahr“.

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Was die deutsche Wirtschaft beim Thema NSA viel mehr umtreibt als die Angst vor Ausspähung, ist die Sorge vor den politischen Folgen. Im schlimmsten Fall, befürchtet der BDI, könnten polternde Politiker das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP scheitern lassen, auf das Unternehmen setzen. Bis zu 400.000 Jobs und ein halbes Prozent mehr Wirtschaftswachstum in Europa stehen nach Schätzung der EU auf dem Spiel, wenn aus dem Vertrag nichts wird.

Auch andere Abkommen mit den USA könnten auf der Strecke bleiben: So verabschiedete das EU-Parlament eine Resolution, das Swift-Abkommen zum Austausch von Bankdaten mit den USA außer Kraft zu setzen.

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Und das alles wegen ein paar Ami-Wanzen? Stefan Heumann von der Stiftung Neue Verantwortung in Berlin mag das nicht glauben. Er glaubt, dass die Kritik der Deutschen eher symbolisch ist: Man mokiert sich, weil es die Öffentlichkeit erwartet. Vielleicht leide das Amerika-Bild in der Bevölkerung – aber wenn sich die Entrüstung gelegt hat, hofft Heumann, dürfte schnell wieder der Pragmatismus in den transatlantischen Beziehungen siegen. Die Deutschen brauchen Amerika, ob sie es wollen oder nicht.

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