
BerlinDie Bundesanwaltschaft will die Rechtsextremistin Beate Zschäpe einem Bericht zufolge auch wegen der Beteiligung an den zehn Morden der Organisation Nationalsozialistischer Untergrund anklagen. Zudem werde der 37-Jährigen die Beteiligung an 14 Banküberfällen und versuchter Mord im Zusammenhang mit einer Brandstiftung vorgeworfen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Samstag auf ihrer Webseite. Dies gehe aus einem Antrag zur Fortsetzung der Untersuchungshaft Zschäpes hervor.
Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft erklärte auf Anfrage, die Vorwürfe in der Anklageschrift könnten erst nach Abschluss der Ermittlungen beurteilt werden. Dies werde deutlich vor Ablauf der kommenden drei Monate angestrebt.
Das Neonazi-Trio mit Zschäpe sowie Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos ist Ermittlungen zufolge für insgesamt zehn Morde an Einwanderern und einer Polizistin verantwortlich. Die Gruppe soll sich jahrelang mit Hilfe von Banküberfällen finanziert haben. Der rechtsextremistische Hintergrund der Taten kam erst im Herbst 2011 ans Licht, als Böhnhardt und Mundlos nach einem Banküberfall in Eisenach tot in einem Wohnmobil gefunden wurden. Später wurde in ihrer Wohnung in Zwickau eine Tatwaffe entdeckt. Zschäpe wird vorgeworfen, die Wohnung angezündet zu haben, um Beweise zu vernichten.
Die Rechtsextremistin sitzt in Köln in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft lautet der Tatvorwurf weiter auf Gründung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie besonders schwere Brandstiftung.














