Nürburgring: ADAC muss sich hinten anstellen

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KommentarNürburgring: ADAC muss sich hinten anstellen

von Florian Zerfaß

Der Automobilclub schafft es vorerst nicht in die engere Auswahl der möglichen Käufer für den Nürburgring. Doch das ist nur eine Momentaufnahme – denn das Verkaufsverfahren hat noch einige Tücken.

Die Verunsicherung ist groß bei der Nürburgring-Fangemeinde und in der Motorsportszene. In Online-Foren wird rauf und runter diskutiert, kommentiert, kritisiert. Der Favorit, aus dem Rennen? Der ADAC aus dem Bietverfahren ausgeschlossen, wie die BILD-Zeitung berichtet? Das Angebot mit rund 30 bis 40 Millionen Euro zu gering? Die Nachricht kam völlig überraschend. Dass der ADAC, nur weil er sich für die Rennstrecke interessiert, nicht automatisch den Zuschlag erhält, war klar. Aber dass er es nicht einmal in die engere Auswahl schafft, hatte kaum jemand erwartet. Auch nicht beim ADAC selbst.

ADAC-Chef Peter Meyer schoss entsprechend scharf gegen die Insolvenzverwalter Jens Lieser und Thomas Schmidt, die die Rennstrecke mit Unterstützung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG verkaufen. Meyer warf ihnen vor, es ginge ihnen um „kurzfristige Gewinnmaximierung, ohne an die Folgen für die Menschen in der Region zu denken.“ Doch im Hintergrund lauert der ADAC weiter auf seine Chance – denn aus dem Rennen ist der Club noch nicht. Zudem hat das Verkaufsverfahren noch diverse Tücken. Vor allen Dingen aber: Die Insolvenzverwalter haben noch kein einziges belastbares Angebot.

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Bisher waren nur unverbindliche Offerten abzugeben. Anhand derer entscheiden die Insolvenzverwalter, wen sie in den so genannten Datenraum lassen. Dort kann der engere Kreis der Bieter Geschäftszahlen, Verträge, Grundbuchunterlagen und andere Dokumente einsehen. Zudem dürfen diese Bieter Einzelgespräche mit Führungskräften führen. Erst dann müssen sie ihre verbindlichen Angebote vorlegen.

Nürburgring-Desaster PR-Loopings mit der Geisterbahn

Nach vier Jahren Stillstand geht die Achterbahn am Nürburgring endlich in Betrieb. Mehr als ein paar PR-Loopings wird sie allerdings nicht drehen. Die wirtschaftliche Lage an der insolventen Rennstrecke ist angespannt.

Sachwalter Jens Lieser (l) und der Sanierungsgeschäftsführer der Besitzgesellschaft Nürburgring GmbH, Thomas B. Schmidt, stehen im Sommer 2012 vor den Schienen der Achterbahn "Ring-Racer" am Nürburgring. Quelle: dpa

Ob diese ähnlich hoch ausfallen werden wie die unverbindlichen? „Das wollen wir doch mal abwarten“, heißt es in ADAC-Kreisen. Ursprünglich lief die Frist für die unverbindlichen Angebote bis Mitte September, wurde dann bis Ende des Monats verlängert. Nach Informationen der WirtschaftsWoche sollen bis zu diesem Zeitpunkt sechs Angebote vorgelegen haben, von denen mindestens zwei nur auf einzelne Bereiche des Nürburgring-Komplexes geboten haben – neben den Rennstrecken stehen auch Hotels, Restaurants, eine Achterbahn und mehr zum Verkauf. Ein Sprecher der Insolvenzverwalter kommentierte die Zahl nicht.

Zu diesem Zeitpunkt Ende September war allerdings noch nicht bekannt, dass das Geschäftsjahr 2013 am Nürburgring deutlich schlechter läuft als bis dahin verbreitet. Die Insolvenzverwalter hatten mehrfach betont, mit einem positiven Ergebnis zu rechnen. Ein Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft sprach in einem Interview sogar von acht Millionen Euro Gewinn. Doch dann mussten die Insolvenzverwalter in einem Pressegespräch öffentlich einräumen, dass sie 2013 gerade mal eine schwarze null schaffen werden.

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