Nürburgring: Mit Vollgas an die Wand

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Nürburgring: Mit Vollgas an die Wand

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Kurt Beck, rheinland-pfälzischer Ministerpräsident, versucht die EU-Kommission als Sündenbock am Nürburgring-Desaster hinzustellen

von Florian Zerfaß

Die Schuld für die Insolvenz der Nürburgring GmbH versucht der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) der EU-Kommission in die Schuhe zu schieben. Dabei zeichnete sich der Crash ab: Die Regierung ignorierte Warnungen aus den eigenen Reihen, dass die Geschäfte beihilferechtswidrig sein könnten.

Kurt Beck gefiel sich in der Opferrolle. Als der rheinland-pfälzische Ministerpräsident vergangene Woche verkündete, dass die weitgehend landeseigene Nürburgring GmbH Insolvenz anmeldet, schimpfte er fleißig auf die EU-Kommission. Die Landesregierung wollte die Rennstrecke mit Millionen aus dem Landeshaushalt retten, brauchte dafür aber die Genehmigung der EU-Kommission. Doch die gab die so genannten Rettungsbeihilfen nicht frei. „Wir konnten bis vor wenigen Tagen davon ausgehen, dass unser Begehren auf offene Ohren stößt“, klagte Beck und schoss scharf Richtung Brüssel. „Es ist eine bittere Wahrheit, dass durch das Nicht-Handeln der Kommission irreversible Tatsachen geschaffen werden. Das werden wir nicht so stehen lassen.“

Warnungen wurden ignoriert

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Was Beck verschwieg: Seine Regierung fuhr den Karren mit Vollgas an die Wand. Nach Recherchen der WirtschaftsWoche ignorierte sie Warnungen aus den eigenen Reihen, dass die Geschäfte beihilferechtswidrig sein könnten. Nach dem Scheitern der geplanten Privatfinanzierung übernahm die landeseigene Investitions- und Strukturbank (ISB) im Sommer 2010 die Finanzierung für den 330 Millionen Euro teuren Neubau eines Freizeiparks sowie Hotels, Feriendorf, Disco und Restaurants an der Rennstrecke.

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