Öffentlicher Dienst: Bundesweit Pendler von Warnstreik betroffen

Öffentlicher Dienst: Bundesweit Pendler von Warnstreik betroffen

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Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst fordern auf pfiffige Weise acht Prozent mehr Lohn und Gehalt: "Acht Prozent müssen sein - ich brauch' Geld für Liechtenstein!"

Wegen bundesweiter Warnstreiks im öffentlichen Dienst sind am Freitagmorgen viele Pendler von Verspätungen im Nahverkehr betroffen gewesen. Allein in Nordrhein-Westfalen rief die Gewerkschaft ver.di mehr als 21.000 Mitglieder zum Ausstand auf, darunter 10.000 Beschäftigte von Nahverkehrsunternehmen.

Auch zahlreiche Kindertagesstätten, Verwaltungen, Entsorgungsbetriebe und andere öffentliche Einrichtungen waren betroffen. Ver.di-Chef Frank Bsirske drohte mit einer Ausweitung des Arbeitskampfes, wenn die Arbeitgeber kommende Woche kein neues Angebot vorlegten. „Wenn die Arbeitgeber ihre Blockadehaltung nicht schleunigst überdenken, wird dieser Tarifkonflikt eskalieren“, sagte Bsirske dem „Mannheimer Morgen“. „Wir versuchen, unsere Aktionen so zu gestalten, dass sie rasch Wirkung zeigen.“

Bei einem Scheitern der Verhandlungen werde es einen langen Arbeitskampf geben. „Wie lange dieser Tarifkonflikt geht, hängt allein von den Arbeitgebern ab“, erklärte Bsirske. Die Verhandlungen sollen am Montag in Potsdam fortgesetzt werden. In Hessen warteten am Morgen in Frankfurt am Main zahlreiche Pendler teils stundenlang auf U-Bahnen. In Kassel rief Verdi im Nahverkehr zu ganztägigen Streiks auf. Die Beschäftigten von kommunalen Kindertagesstätten, Verwaltungen, Entsorgungsbetrieben und Sparkassen sollten vorübergehend die Arbeit niederlegen.

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In Wiesbaden blockierten Busfahrer mit mehreren Fahrzeugen die Ausfahrt der zentralen Depots. Insgesamt beteiligten sich in Hessen laut Verdi mindestens 1400 Mitarbeiter an Warnstreiks. In Rheinland-Pfalz streikten mehr als 2500 Beschäftigte.

Auch in Baden-Württemberg bekamen Pendler die Folgen des Warnstreiks zu spüren: In Stuttgart wurden Busse und Bahnen bestreikt, wie ein Verdi-Sprecher berichtete. Davon waren rund 350.000 Fahrgäste betroffen. Außerdem waren von 180 Kindertagesstätten nur 30 geöffnet - eine Notdienstvereinbarung hatte Verdi abgelehnt. Auch Kliniken waren zum Ausstand aufgerufen, zudem legten zahlreiche Müllmänner die Arbeit nieder. Insgesamt waren in Baden-Württemberg rund 10.000 Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen.

„Mehrmonatiger Streik problemlos durchzuhalten“

Ganztägige Warnstreiks waren neben Hessen auch in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und dem Saarland geplant. Zu mehrstündigen Ausständen rief die Gewerkschaft zudem in Berlin, Brandenburg, Hamburg und Bremen auf. In Sachsen-Anhalt legten mehr als 1000 Beschäftigte städtischer Betriebe und Verwaltungen vorübergehend die Arbeit nieder. In Mecklenburg-Vorpommern traten etwa 230 Mitarbeiter der Rostocker Straßenbahn und der Stadtwerke in den Ausstand.

„Ein mehrmonatiger Streik ist problemlos durchzuhalten“, warnte der Spitzenvertreter im Verdi-Bezirk Nord, Wolfgang Rose, im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung. „Dass es geht, hat der 14 Wochen dauernde Ausstand vor zwei Jahren gezeigt.“ Verdi fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes eine rückwirkende Einkommenssteigerung von acht Prozent ab 1. Januar 2008, mindestens jedoch 200 Euro mehr. Die Arbeitgeber bieten fünf Prozent - allerdings verteilt auf zwei Jahre und bei Aufstockung der Arbeitszeit im Westen auf 40 Wochenstunden.

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