Rawls’ Gerechtigkeitstheorie bezeichneten Studenten in Anspielung auf dessen Ideengewalt und die Farbe der Buchdeckel ehrfurchtsvoll als „grünes Monster“. Wer sich an den Wälzer herantraut, muss sich durch zahllose zähe Zeilen kämpfen. Stein für Stein mauert Rawls sein Ideengebäude, penibel baut er jeden neuen Gedanken auf dem Vorherigen auf. Seine Theorie gleicht einer Pyramide, die auf dem Kopf steht, denn sie fußt auf nur zwei Grundsätzen: Jeder soll die gleichen Rechte und Chancen haben; wegnehmen darf man ihm nur, was schlechter Gestellten zugutekommt.
Der Philosoph fordert einen Gesellschaftsvertrag, der alle Staatsbürger an eine gerechte Form des Zusammenlebens bindet. Da die Privilegierten aber nie auf ihren Status verzichten würden, bedient sich Rawls eines Gedankenexperiments. Er bindet den Bürgern einen fiktiven „Schleier der Unwissenheit“ vor die Augen, der ihnen die Kenntnis ihrer Stellung in der Gesellschaft raubt. In einer solchen Situation würden sich alle auf gleiche Startpositionen einigen, so sein Argument.
Faire Umverteilung hat ihre Grenzen
Mit seinen Thesen stieß Rawls auch auf Kritik. Als liberalen Denker loben ihn die einen – als Sozialneider und Wegbereiter wohlfahrtsstaatlich begründeter Umverteilungsorgien beschimpfen ihn die anderen. Rawls war sich durchaus bewusst, dass es immer Menschen mit Eigeninteressen sind, die Umverteilung anordnen. Ihm war klar, dass sich viele Entscheidungsträger von egoistischen Motiven leiten lassen, wenn keiner sie kontrolliert. Hier komme wieder die geforderte Chancengleichheit ins Spiel, argumentierte er: Alle Ämter, in denen gesellschaftlich relevante Entscheidungen getroffen werden, müssten jedem Bewerber offenstehen.
Die von Rawls geforderte faire Umverteilung hat aber auch Grenzen: Sie endet dort, wo sie individuelle Freiheit beschneidet. Staatlich angeordnete Transfers dürfen auf keinen Fall den Lebensstandard der Geber zerstören.
1995 traf Rawls ein schwerer Schlaganfall. Jetzt dankten ihm die Mitmenschen seine freundliche Art. Ehemalige Schüler und Doktoranden standen seiner Frau zur Seite, die ihn in den Jahren bis zu seinem Tod pflegte.














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Alle Kommentare lesen20.09.2009, 23:55 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt
Es gibt eben einen wesentlichen Unterschied zwischen Theorie und Praxis in der Organisationslehre. Der Sozialismus zum beispiel hört sich perfekt an: alle arbeiten und werden nach ihren Fähigkeiten gerecht bezahlt. Was ist an dieser idee falsch?
Falsch ist, dass es hierbei eine instanz geben muss, die beurteilt, was nun "gerecht" ist. Und das ist am Ende immer die Mafia.
Das gleiche Problem hat Rawls' ideologie der "begrenzten Umverteilung". Denn wer soll definieren, wo die "individuelle Freiheit" beginnt? Natürlich der Staat, der in dieser Sonderrolle automatisch mit der Zeit zu einer Mafia verkommt. Daher sind Rawls' ideen leider nicht das Papier wert, auf dem sie gekritzelt wurden.
19.09.2009, 19:25 UhrAnonymer Benutzer: TOPAKTUELL
Die CSU will mit ihrem „10 Punkte-Programm“ deutlich machen, was sie in den ersten Monaten einer CDU/CSU/FDP-bundesregierung für notwendig hält:
1. Reform der Einkommensteuer in den Jahren 2011 und 2012: Der Eingangssteuersatz soll sinken. Der Höchststeuersatz-Eingang wird von 52.000 auf 60.000 Euro verschoben. Das belastet den bundeshaushalt nur um rund drei Milliarden Euro.
2. Reform der Erbschaftssteuer: Wir wollen einen Steuerhebesatz nahe null einführen und würden damit schwarze Zahlen schreiben. Durch die niedrigen Sätze würde sich das Erbschaftsteuer-Aufkommen in bayern verringern.
3. bei Unternehmenserben sollen die Anforderungen an den Erhalt von Arbeitsplätzen - anders als von der Großen Koalition beschlossen - gesenkt werden. Kein Unternehmer darf bei der Erbschaftsteuer bestraft werden, weil er durch die Nutzung der Kurzarbeit die Lohnsumme nicht erhalten habe.
4. Reform der Unternehmensteuer: Rückwirkend zum 1. Januar 2009 würde eine CDU/CSU/FDP-Regierung Erleichterungen bei der Unternehmensbesteuerung in Kraft setzen.
5. Wir fordern Änderungen bei der sog. „Zinsschranke“: Die bei der Zinsschranke im Zuge der Krise von 1 auf 3 Mio. Euro angehobene Freigrenze reicht nicht aus. Durch die Zinsschranke wird die Absetzbarkeit von Fremdkapitalzinsen als betriebsausgabe eingeschränkt, um Steuersparmodelle einzudämmen.
6. in Abweichung zu der früheren Position der Großen Koalition will die CSU die Hartz iV-Gesetzgebung aufweichen. Wir fordern eine Erhöhung des Schonvermögens für Hartz iV-Empfänger.
7. Erhöhung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf drei Prozent des bruttoinlandproduktes
8. Ermäßigte Mehrwertsteuersätze für Gastronomie und Handwerk.
9. Wiedereinführung der Wohnungsbauförderung für Familien mit Kindern in Form eines „baukindergeldes.
10. Verbesserung der Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen.
19.09.2009, 14:42 UhrAnonymer Benutzer: Xaver
Es gibt Leute die haben viel mehr als ich. Also umverteilen und her mit dem Diridari (Geld)...