Offshore-Leaks: London hilft beim Enttarnen deutscher Steuerhinterzieher

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exklusivOffshore-Leaks: London hilft beim Enttarnen deutscher Steuerhinterzieher

von Christian Ramthun

Das britische Finanzministerium hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble angeboten, bei der Auswertung der deutschen Offshore-Leak-Daten Hilfe zu leisten.

Die Daten, die Großbritannien an Deutschland übergibt, enthalten nach Informationen der WirtschaftsWoche Angaben zu rund 300 „Masterclients“, die jeweils bis zu 400 deutsche Kunden betreuen. Masterclients sind dabei Berater, Anwälte oder Treuhänder, die für ihre Klienten komplizierte Konstruktionen zum Steuersparen gestaltet haben. Schäuble will die Hilfe britischer Finanzexperten offenbar annehmen.

Laut WirtschaftsWoche ist zunächst ein Workshop in London vorgesehen, bei dem die Briten den deutschen Fahndern die Strukturen des Datenpakets erklären. Bei den von den Masterclients entwickelten Konstruktionen handelt es sich um sogenannte „multilayered vehicels“: Am Anfang stehen Stiftungen und Trusts etwa in Liechtenstein oder auf den Kanalinseln, die beispielsweise in der Schweiz Konten unterhalten. Von dort führen die Spuren schwer durchschaubar weiter zu anderen Stiftungen oder Trusts über mehrere Zwischenstationen bis in die Karibik oder Südsee.

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Bei der Auswertung der Daten auf deutscher Seite könnte das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt), das Schäuble untersteht, eine zentrale Rolle spielen. Offenbar soll im BZSt eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Bundesländer eingerichtet werden. Die Behörde in Bonn ist das Verbindungsglied zwischen den Finanzbehörden im Ausland und denen der 16 Bundesländer.

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