Online Wahlkampf : Auf Wählerfang im Internet

Online Wahlkampf : Auf Wählerfang im Internet

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Blick auf großformatige Plakate der SPD und CDU

Die Politik hat den Wahlkampf gestartet. Auch im Internet haben sich die Parteien positioniert und versuchen dem Online-Wahlkampf von Barack Obama nachzueifern. Doch die erfolgreichsten deutschen Plattformen spielen dabei kaum ein Rolle.

Im politischen Tagesgeschäft haben die Parteien schon lange auf Wahlkampfmodus umgeschaltet, nun wird das Wählerwerben auch im öffentlichen Raum in Deutschland immer massiver. Auf den ersten Plakaten zur Europawahl präsentiert sich die CDU als Kraft in der Krise und die SPD frotzelt: „Finanzhaie würden FDP wählen“.

Auch im Netz ist der Wahlkampf gestartet, die Parteien haben ihre Internetauftritte aufgehübscht. Vielen ist die Orientierung am großen Vorbild Barack Obama anzusehen, der seinen Erfolg auch der geschickten Nutzung des Internet verdankt.

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So finden sich auf den Seiten von Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier gemeinsame Fotos mit dem US-Präsidenten. Und natürlich gibt es Verknüpfungen mit Facebook, Youtube, Twitter & Co. 

Der Vergleich mit dem Internetwahlkampf von Obama ist schwierig

Die Parteien haben zudem eigene Kampagnenseiten gestartet, auf denen sie ihre Wähler mobilisieren wollen.

Doch die Resonanz ist noch bescheiden: Auf knapp 7400 Unterstützer kommt das Team Deutschland der CDU, die SPD konnte etwas mehr als 8900 Menschen aktivieren.

„Für Volksparteien ist das noch recht dürftig“, sagt Hansjörg Schmidt, selbst SPD-Mitglied und einer der Organisatoren des Politcamp09. Bei der Veranstaltung, die an diesem Wochenende in Berlin stattfindet, wird darüber diskutiert, was sich von Obamas-Online-Wahlkampf nach Deutschland übertragen lässt. 

Die Unterschiede sind vielfältig: Vom ganz anderen politischen System bis hin zu den viel geringeren Wahlkampfbudgets und der anderen Parteienfinanzierung. „Durch die andere politische Ausgangslage ist der Vergleich mit Obama eigentlich völlig unzulässig“, sagt Oliver Zeisberger, der den Online-Wahlkampf des SPD-Kandidaten von Thorsten-Schäfer Gümbel in Hessen organisiert hat.  

"Die Legende vom Apfelwein-Obama"

Schäfer Gümbel hat wie bislang kaum ein deutscher Politiker die Möglichkeiten des Internet für sich genutzt.

Als „Legende vom Apfelwein-Obama“ bezeichnet Christoph Bieber den Vergleich.

Denn eigentlich sei „TSG“ eher in der Situation von Sarah Palin gewesen: Ein Außenseiter, der einer zerstrittenen Partei in einer ausweglosen Situation noch einmal einen Aufmerksamkeitsschub bescherte. Ein wichtiger Unterschied war zudem die viel geringere Dauer des Wahlkampfes.

Der Zeitfaktor ist für viele Experten auch bei der Bundestagswahl der Hauptgrund, warum sich das Modell Obama nur schwer übertragen lässt. „Für den Aufbau einer Community von Unterstützern braucht man mehrere Monate“, sagt Politikberater Zeisberger. Wofür Obama zwei Jahre Zeit hatte, bleiben den deutschen Parteien nun gerade einmal fünf Monate. 

Dessen ungeachtet stürzen sich die Parteien auf die neuen Online-Plattformen und Kanäle im Internet, lassen sich auf ihren Pinnwänden bei Facebook beschimpfen, zwitschern bei Twitter und fluten Youtube mit Videos.

Bei den Aktivitäten fällt auf, dass ausgerechnet die populärsten deutschen Netzwerke, StudiVZ, MeinVZ und Wer-kennt-Wen, dabei nur eine untergeordnete Rolle spielen. 

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