Ost-West-Angleichung: Rentenversicherung warnt vor Beitragsrisiko durch Renteneinheit

Ost-West-Angleichung: Rentenversicherung warnt vor Beitragsrisiko durch Renteneinheit

Die Regierung lässt sich Zeit mit der Klärung ihres Streits um die Ost-West-Angleichung der Rente. Die Rentenversicherung warnt vor Belastungen der Beitragszahler.

Die Rentenversicherung hat vor Beitragsrisiken durch die geplante Ost-West-Angleichung der Rente ohne Steuerfinanzierung gewarnt. „Es handelt sich hierbei um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe zur Verwirklichung der Deutschen Einheit, die somit auch von der gesamten Gesellschaft - also aus Steuermitteln - zu finanzieren ist und nicht nur von den Beitragszahlern zu tragen ist“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Rentenversicherung, Annelie Buntenbach, am Mittwoch in Berlin.

Der scheidende Präsident der Rentenversicherung, Axel Reimann, warnte, sollte das Projekt nicht aus Steuern finanziert werden, bestünde die Gefahr, dass noch vor dem Jahr 2030 die Obergrenze des Beitragssatzes von 22 Prozent nicht eingehalten werden könne. Nach dem jüngsten Rentenversicherungsbericht 2016 dürfte diese gesetzliche Grenze nicht überschritten werden.

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Union und SPD hatten sich am 24. November darauf verständigt, die Renten in Ost- und Westdeutschland bis 2025 anzugleichen. Am Tag darauf wurde klar, dass Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) weiter eine Steuerfinanzierung will, Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) aber auf eine Finanzierung aus der Rentenkasse beharrt. Dem Vernehmen nach soll ein klärendes Gespräch zwischen Nahles und Schäuble nun erst innerhalb der nächsten zwei Wochen stattfinden.

Altersvorsorge: So viel Rente darf der Standardrentner erwarten

  • Zur Prognose

    Die Prognosen beziehen sich auf den sogenannten Standardrentner, der 45 Jahre Beiträge gezahlt und immer das Durchschnittseinkommen der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verdient hat. Die angegebene Bruttostandardrente versteht sich vor Steuern. Das Sicherungsniveau vor Steuern gibt das Verhältnis der Renten im Vergleich zum Durchschnittseinkommen der beitragszahlenden Beschäftigten abzüglich der durchschnittlichen Sozialversicherungsbeiträge an.

     

    Quelle: Rentenversicherungsbericht 2015, Deutsche Rentenversicherung Bund, Stand: November 2015

     

  • 2010

    Beitragssatz zur GRV: 19,9 %

    Bruttostandardrente: 1224 Euro monatlich

    Sicherungsniveau vor Steuern: 51,6 %

  • 2016

    Beitragssatz zur GRV: 18,7 %

    Bruttostandardrente: 1372 Euro monatlich

    Sicherungsniveau vor Steuern: 47,7 %

  • 2020

    Beitragssatz zur GRV: 18,7 %

    Bruttostandardrente: 1517 Euro monatlich

    Sicherungsniveau vor Steuern: 47,6 %

  • 2025

    Beitragssatz zur GRV: 20,4 %

    Bruttostandardrente: 1680 Euro monatlich

    Sicherungsniveau vor Steuern: 46,0 %

  • 2029

    Beitragssatz zur GRV: 21,5 %

    Bruttostandardrente: 1824 Euro monatlich

    Sicherungsniveau vor Steuern: 44,6 %

Buntenbach räumte ein, dass zwischen der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberseite in der Selbstverwaltung der Rentenversicherung kein Konsens über die Höhe langfristiger Leitplanken herrsche. Im Grundsatz unterstütze man Nahles aber beim Ziel solcher Leitplanken. Nahles will das Rentenniveau bis 2045 auf 46 Prozent halten. Der Beitragssatz soll in dieser Zeit nicht über 25 Prozent steigen.

Reimann bekräftigte, dass der Beitragssatz bis 2021 stabil bei 18,7 Prozent bleiben dürfte. Im Jahr 2022 sei dann eine Anhebung auf 18,9 Prozent zu erwarten. Buntenbach und Reimann sprachen vor dem Parlament der Rentenversicherung, der Bundesvertreterversammlung.

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